Daniel Schlipf und seine Erfahrungen an
bergischen Haustüren
Wöchentlich schreiben Radio Berg-Mitarbeiter
über ihre persönlichen Erlebnisse in der Rubrik Team
Intim im Bergischen Handelsblatt, dem Anzeigenecho und dem
Lokalanzeiger Waldbröl. Die jeweils aktuellen Texte finden Sie
hier. Daniel schreibt heute über seine Erfahrungen an
bergischen Haustüren.
Fremden Menschen soll man ja eigentlich nicht die Tür
aufmachen. Deshalb an dieser Stelle schon einmal ein herzliches
Dankeschön an Susanne aus Kürten, denn sie hat mir die
Türe aufgemacht. Aber der Reihe nach! Anfang letzter Woche
hatte ich eine Mission. Während der Redaktionskonferenz
hieß es: Daniel hör dich doch mal im Bergischen um, ob
die Menschen ihre Karnevalskostüme schon bereitgelegt haben.
Ich wollte noch einen Schritt weiter gehen und zwar direkt in Ihr
Schlafzimmer. Ein Kleiderschrank sollte an diesem Tag mein Ziel
sein, ich wollte mich selbst davon überzeugen, was da so
Karnevalistisches drin hängt. Mit Mikrofon in der Hand habe
ich mich also auf den Weg gemacht und an bergischen Haustüren
geklingelt. Kurze, charmante Vorrede meinerseits und dann die
entscheidende Frage: "Könnte ich mal in Ihren
Kleiderschrank gucken?" "Das ist mir eigentlich nicht so
recht," antwortet eine mir dennoch auf den ersten Blick
sympathische Frau. Im Hintergrund taucht ihr Mann auf und fragt:
"Was ist denn hier los?" Ich erkläre ihm meine
Mission und jetzt versuchen wir gemeinsam, seine Frau zu
überreden, mich doch hereinzubitten. "Ich ziehe auch die
Schuhe aus," verspreche ich. Sekunden später stehe ich
mitten in einem Kürtener Wohnzimmer. Am Ende bekomme ich nicht
nur den erhofften Kleiderschrank zu sehen, sondern sogar noch einen
extra Karnevalskoffer mit Kostümen. Es sollte noch besser
kommen: Am Ende gehen wir durch den Vorratskeller, vorbei an den
Regalen mit den Gewürzgurken und der Hühnersuppe, und
landen im hauseigenen Partykeller. Susannes Mann schmeißt die
Anlage mit Karnevalsmusik an und Susanne schenkt mir ein komplettes
Indianerkostüm. Noch in ihrer Wohnung ziehe ich mich um und
fahre genau in diesem Outfit zurück in die Redaktion. Sie
glauben nicht, was meine Kollegen für Augen gemacht
haben...