Ausnahmesituation
Kampf um ein Wunder

Fords Portrait eines eigenbrötlerischen und launischen
Akademikers, der am besten arbeiten kann, wenn aus seiner kleinen
Stereoanlage klassische Rocksongs von Led Zeppelin, The Band und
Grateful Dead dröhnen, ist ein solch überdeutlicher
Kontrapunkt, dass schon beim ersten Zusammentreffen des
verzweifelten Familienvaters mit dem unbequemen Denker klar ist,
wie die Geschichte ausgeht. Crowley wird verkörpert von
Brendan Fraser, der sich schon mehrfach als wandlungsfähige
Geheimwaffe Hollywoods für so gut wie jede Art von
Charakterrolle bewährt hat. Gemeinsam ergeben sie ein
ungleiches Team mit unterschiedlichen Motivationen, um ein
verlässliches Rezept gegen die tödliche Atemnot der
erkrankten Kinder zu finden.
Crowleys beschwerlicher Weg, Forscher und Investoren von der
Sinnhaftigkeit seines Anliegens zu überzeugen, wird im Film
zu einer systematischen Erfolgsstrategie von Spendenaktionen bis
hin zu Investorengesprächen, die trotz temporärer
Rückschläge am Erreichen des Ziels nie wirklich einen
Zweifel aufkommen lässt. Dem Duo gelingt es immer wieder,
strategische Kooperationen mit wichtigen Investoren und einem
führenden Pharmaziekonzern unter Dach und Fach zu bringen.
Doch die Geschäftswelt, auch das wird nicht vergessen, ist
schlecht und auf Profit aus - ein arger Konflikt zum hehren Ziel,
kranken Menschen zu helfen und sich dabei nicht über
Businesspläne Gedanken zu machen. Am Ende bedarf es daher
doch noch eines Aufbäumens des willensstarken Vaters und der
Loyalität des Akademiker-Griesgrams, um die Geschichte zu
einem gütlichen Finale zu führen.
Man mag diese Stringenz als kitschig kritisieren. Der Zweck aber
heiligt die Mittel, schließlich zeigt die Traumfabrik
Hollywood einmal mehr und vor Empathie nur so strotzend, dass
Happy Ends im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht nur
Hirngespinste sind. So zeigt sich die Filmindustrie dankbar
dafür, dass das wahre Leben seine populärste Ideologie
bestätigt: Alles gelingt, wenn man nur daran glaubt und
willens und leidenschaftlich genug ist, um seine Träume zu
realisieren. Wer dabei eine Träne vergießt, dem ist
nichts vorzuwerfen.



















