Kino

Gal GadotEine echte Amazone

rettet in "Justice League" (16.11.) als Wonder Woman mal wieder die Welt

Bis vor zwei Jahren kannten ihren Namen nur die wenigsten. Und wenn ihr Name einmal fiel, dann meist gefolgt von Erläuterungen wie "die eine aus 'The Fast & The Furious. Nein, nicht Michelle Rodriguez. Nein, nicht Jordana Brewster. Die andere!" Inzwischen muss Gal Gadot nur noch erklären, wie ihr Name richtig ausgesprochen wird, Gall Gadott statt Gäl Gadoh nämlich. Doch auch das dürfte sich das Publikum in absehbarer Zeit genauso gut eingeprägt haben wie das Gesicht der 32-Jährigen, das derzeit wieder weltweit auf Plakatwänden abgebildet ist: In "Justice League" (Start: 16. November) hat sie ihren dritten Auftritt als Wonder Woman, die erfolgreichste Film-Superheldin aller Zeiten.

Es wäre leicht, zu behaupten, Gal Gadot sei ihre Karriere einfach in den Schoß gefallen: Als sie 18 war, wurde die 1,75 Meter große Schönheit gefragt, ob sie nicht Lust hätte, an der Wahl zur Miss Israel teilzunehmen. Weil sie zwischen Schulabschluss und Beginn ihres Militärdienstes nichts zu tun hatte, willigte die Brünette ein - um später eine gute Geschichte für ihre Enkel auf Lager zu haben. Wenn die einmal auf der Welt sein werden, wird Gadot ihnen dann erzählen können, dass sie die Wahl 2004 gewann. Und dass der Agent, den sie im Zuge dessen engagierte, sie drei Jahre später für das Bond-Girl-Casting zu "Ein Quantum Trost" (2008) anmeldete. Da war die glühende Ally-McBeal-Verehrerin schon drauf und dran, Anwältin zu werden: "Ich sagte meinem Agenten: 'Wovon redest du, ich studiere. Ich bin keine Schauspielerin, ich mach das nicht", rekonstruierte Gadot ihre Reaktion im amerikanischen "Rolling Stone". "Er sagte, ich solle aus Höflichkeit doch bitte hingehen."

Und sie ging. Die Rolle der Camille Montes erhielt zwar Olga Kurylenko, doch Gadots Interesse an der Filmbranche war geweckt - und das Interesse der Filmbranche an ihr auch. Es war ihrer Meinung nach vor allem ihre Erfahrungen beim Militär, die Regisseur Justin Lin beim Vorsprechen zum späteren Blockbuster "Fast & Furious - Neues Modell. Originalteile." (2009) beeindruckte: Neben dem Umgang mit Waffen lernte die junge Frau aus Rosch haAjin während ihres zweijährigen Wehrdienstes vor allem eines - Disziplin. "Das Militär war eine gute Vorbereitung auf Hollywood", sagte die ehemalige Kampfausbilderin 2016 rückblickend in einem Interview mit dem "Fashion"-Magazin.

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Mit größtem Respekt berichtete Filmpartner Chris Pine während der Pressetour zu "Wonder Woman" von den Dreharbeiten zum Blockbuster, die mitten im Winter in London stattfanden. Im Gegensatz zu ihm habe sich Gadot mit keinem Wort beklagt, als sie draußen bei Kälte und Graupel drehten, sie lediglich bekleidet in ihrem Wonder-Woman-Body. Und beim Shoot von "Justice League" wartete die Darstellerin lange, bis sie ihren Kollegen mitteilte, dass sie schwanger war - sie wollte die Aufmerksamkeit nicht. Ihre zweite Tochter mit ihrem Ehemann, dem Unternehmer Yaron Versano, kam im März zur Welt.

Der kleinen Maya und ihrer sechsjährigen Schwester Alma will der Shooting-Star die gleiche Selbstsicherheit mitgeben, die sie einst von ihrer Mutter, einer Lehrerin, eingeimpft bekam: "Meine Mutter erzog mich und meine Schwester zu selbstbewussten Frauen mit Zielen. Und ich fühlte mich immer fähig", erklärte Gal Gadot im Sommer in "Marie Claire". "Ich will nicht sagen, dass ich stärker als die meisten Männer sei, aber wir haben alle dieselben Gehirne und können dieselben Dinge erreichen." So bekennt sich die junge Mutter ganz selbstverständlich zu einem Begriff, den andere Kolleginnen lieber vermeiden, um das männliche Publikum nicht zu verschrecken. "Ich werde immer wieder gefragt, ob ich Feministin sei, und die Frage überrascht mich", führte die Schauspielerin im amerikanischen "Rolling Stone" aus. "Denn ja, natürlich bin ich Feministin. Jede Frau, jeder Mann, sollte feministisch sein. Denn wer kein Feminist ist, ist ein Sexist."

Ganz so weit, wie sie gern behauptet, scheint Gal Gadot also doch nicht von ihrer Filmfigur entfernt zu sein, die in "Wonder Woman" völlig verblüfft auf die Ansage reagierte, dass eine Frau im England des Jahres 1918 nicht an einer Kriegsratssitzung teilnehmen könne. Sie sei keine Kämpferin und auch kein Vorbild, "ich versuche lediglich, die beste Version meiner selbst zu sein", fasste die neue Comic-Ikone im Gespräch mit "Entertainment Weekly" ihre Sicht der Dinge zusammen. "Aber ich liebe alles, wofür Wonder Woman steht: Liebe und Mitgefühl und Akzeptanz und Wahrheit. Das sind wichtige Werte, gerade in Zeiten wie diesen. Ich glaube wirklich, dass die Welt ein besserer Ort wäre, wenn wir alle ein bisschen so wie Wonder Woman wären."

Annekatrin Liebisch

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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