Games / Spieletests

FeWie man in den Wald hinein ruft ...

Wo Blockbuster-Games allein durch ihre pompöse Inszenierung überzeugen, brauchen Spiele aus kleinen Independent-Buden oft einen speziellen "Aufhänger", um zu funktionieren: Das kann entweder ein innovatives Gameplay-Element sein - oder ein besonders markanter Grafik-Stil. Bei seinem Action-Adventure "Fe" will das schwedische Mini-Studio "Zoink" mit beiden Aspekten punkten: Das eigenwillig inszenierte Abenteuer um einen kleinen Naturgeist möchte ebenso visuell wie emotional verzaubern - und die ungewöhnliche Verständigung zwischen den verschiedenen Fantasy-Wesen soll für den speziellen "Design-Dreh" sorgen.

Anstatt sich mithilfe von Worten oder Zeichen auszutauschen, kommunizieren die Geschöpfe des "Fe"-Waldes mit Lauten: Im Falle des knuffigen Helden ist es eine Mischung aus Kobold-haftem Gebrabbel und meditativem Singsang, mit dem Kontakt aufgenommen wird. Aber es tönen noch jede Menge andere Stimmen durchs Gehölz: So stoßen Hirsch-ähnliche Tiere quiekende Laute aus, trällern Mantarochen-ähnliche Vögel Zwitscher-Melodien oder geben kleine Reptilien Kicher-Laute von sich.

Kurzum: Es trällert, quäkst, faucht und plärrt allerorts - und der kleine Held muss im Angesicht eines anderen Waldbewohners erst die richtige Tonart treffen, bevor er sich mit ihm versteht. Auf Konsole testet man dafür die verschiedenen Druckstärken einer analogen Schultertaste durch: Hat man erstmal die richtige "Frequenz" gefunden, versucht man, sie so lange zu halten, bis der Held und sein "Gesprächspartner" einen Draht zueinander gefunden haben.

Danach wird erstmal eine Weile zusammengearbeitet: Fuchs "Fe" darf auf seinem neuen Kumpel reiten oder aber auf dessen individuelle Stimm-Talente zurückgreifen. Besonders die Pflanzenwelt ist dafür empfänglich: Trifft man bei den verschiedenen Blumen den richtigen Ton, dann katapultieren sie den Helden zum Beispiel über Abgründe - oder sie spucken Samen-artige Munition aus, mit denen Fe seine Feinde bewirft. Davon gibt es zwar nicht all zu viele, aber die haben es in sich: Eine Rasse aus monströsen Golems bedroht den Frieden im Wald und nimmt Fes Freunde gefangen.

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Aus diesem Grund macht sich der kleine Held daran, so schnell wie möglich die Sprachen des Waldes zu erlernen. Nur so gelangt Fe auch an die akrobatischen Fertigkeiten, die er benötigt, um seine Heimat zu befreien. Darunter die Fähigkeit, wie ein Eichhörnchen von Baum zu Baum zu springen oder durch die Luft zu gleiten.

In diesen Momenten orientiert sich "Fe" an den Puzzle-lastigen Jump&Run-Abenteuern der 90er-Jahre, ansonsten ähnelt die Waldland-Odyssee eher modernen Indie-Klassikern wie "Journey": Entspanntes Schlendern durch eine geschickt reduzierte Grafik-Kulisse bestimmt das Bild - und worum es hier eigentlich geht, muss sich der Spieler anhand kryptischer Symbole oder Höhlenmalereien selber zusammenreimen.

Doch anders als seinen Vorbildern mangelt es dem putzigen "Fe" am Fokus: Anstatt sich vollständig auf eine Spielart einzulassen, will es von allem ein bisschen sein - ist "Walking Simulator", Hüpfspiel und Adventure zugleich, ohne sich für eine klare Gameplay-Gangart entscheiden zu können. Das Resultat sind zwar prachtvolle Bilder und herzige Protagonisten, aber ein kohärentes Spielkonzept fehlt. Wer den Mangel an Substanz allerdings verkraften kann, gibt "Fe" trotzdem eine Chance. Charme und Stil des Abenteuers sind es wert, in den Wald hineinzurufen ...

Robert Bannert

Game
SpielnameFe
HerstellerZoink!
VertriebEletronic Arts
Erhältlich ab16.02.2018
Bewertung Gesamtgut

Erhältlich für:
PlayStation, Xbox, Nintendo, PC / Mac

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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