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Gesa Müller

Gesa Müller
© Radio Berg

Was mache ich im Sender? Angefangen habe ich als Volontärin bei Radio Berg und arbeite hier jetzt als freie Mitarbeiterin. Ich bin meistens als Reporterin unterwegs.

Wie nennt man mich? Gesa aus der Mopsgruppe (das geht auf meine Kindergarten-Karriere zurück)

Mein erster Berufswunsch? Ballett-Tänzerin. So mit vier war das mein absoluter Wunsch. Ich habe regelmäßig das Wohnzimmer zu meinem Studio gemacht: Dann wurde mein Mickey Mouse-Badeanzug über die Strumpfhose gezogen und los ging es. Zu meinem Unglück gibt es davon Fotos.

Mein Lieblingsfach in der Schule? Kunst. Im Abi hatte ich auch Kunst als Leistungskurs. Ja, ich weiß, was Sie jetzt denken - aber nein, das war auch Arbeit und solche Beleidigungen wie "Pudding-Abitur" möchte ich nicht mehr hören!

Meine größte Radiopanne? Ich habe in den Lokalnachrichten mal aus Versehen einen falschen O-Ton gespielt. Also einen Interviewpartner angekündigt, der dann aber gar nicht kam. Zum Glück ist das aber keinem aufgefallen. Puuh!

Was habe ich immer im Kühlschrank? Milch für meinen Tee. Ostfriesen-Tee versteht sich. An gewissen Traditionen muss man eben festhalten.

Wie lange dauert es, meine Wohnung aufzuräumen? Eher lange. Denn bevor ich überhaupt anfange, muss ich erst einmal mindestens einen Tag darüber sprechen, dass ich aufräumen muss. Vielleicht hat ja jemand Mitleid und erlöst mich.

 

redaktion@radioberg.de

Gesa Müller über das Älterwerden:

Wöchentlich schreiben Radio Berg-Mitarbeiter über ihre persönlichen Erlebnisse in der Rubrik Team Intim im Bergischen Handelsblatt, dem Anzeigenecho und dem Lokalanzeiger Waldbröl. Die jeweils aktuellen Texte finden Sie hier. Gesa  schreibt heute über das Älterwerden.

Früher dachte ich immer mit 30 ist man alt. Richtig alt! Nun nähere ich mich langsam (noch 3 Jahre und 2 Monate) der 30. Und es ist komisch, ich fühle mich erstaunlich jung. Zu jung vielleicht sogar. Manchmal haben wir bei Radio Berg Schülerpraktikanten, die gerade mal 15 Jahre alt sind, und plötzlich fühle ich mich so, als würde ich auch für mein Abi lernen und philosophiere darüber, wie es ist, zu Hause auszuziehen. Wenn ich dann aber nachrechne, fällt mir auf: ich wohne seit sieben Jahren nicht mehr zu Hause und sollte wohl lieber über Altersvorsorge und eine Zahnzusatzversicherung nachdenken? Man weiß ja schließlich nie, ob man vielleicht irgendwann doch die Dritten braucht, würde mein Vater jetzt sagen. Aber stattdessen lese ich gerne Jugendbücher, bekomme beim Anblick eines Hula-Hoop-Reifens Wehmutsgedanken und zwinge meine gesamte Familie an Ostern dazu, im Garten Eier zu suchen. Ja, meine Familie liebt mich! Sie merken, ich surfe hin und wieder noch auf meiner jugendlichen Welle. Allerdings gibt es jemandem in meinem Leben, der mich gelegentlich zurück in die Realität kickt - das ist mein Freund. Dann konfrontiert er mich mit irgendwelchen Musikern, die wohl aktuell in den Charts sind und deren Namen ich noch nie gehört habe. Und wenn er mir den absoluten Rest geben will, benutzt der werte Herr Lehrer noch einige Redewendungen seiner Schüler, die mir nur "Bahnhof" sagen, so dass ich mich dann tatsächlich antworten höre: "Sprich mal vernünftig, bist schließlich nicht mehr 15!" Und dann fällt es mir wieder wie Schuppen von den Augen: Ich bin doch schon etwas alt. Besser ich kaufe mir mal eine Antifaltencreme.

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