
1. FC Köln: Prozessauftakt um Böller-Werfer
Vor dem Kölner Landgericht muss sich seit Dienstag Morgen ein 36-jähriger Kölner verantworten. Er soll beim Bundesligaspiel Köln gegen Gladbach vor einem Jahr einen verbotenen Böller in den Innenraum des Stadions geworfen haben, und dabei viele Menschen zum Teil schwer verletzt haben. Der Angeklagte räumte die Tat ein und sprach von einer großen Dummheit.
Veröffentlicht: Dienstag, 24.11.2020 15:33
Schwindel, posttraumatische Belastungsstörung, Gedächtnisverlust, Ohrenschäden. Die Liste der Verletzungen, die der Staatsanwalt bei der Anklage Verlesung aufführt ist lang.Der Angeklagte muss sich in dem Verfahren auch für einen Hitlergruß verantworten, den er bei einer rechten Demonstration am Kölner Hauptbahnhof gezeigt haben soll. Der Angeklagte wirkt aufbrausend und aggressiv, als er vom Richter zu Widersprüchen und Halbwahrheiten befragt wird. Mal will er den Böller zufällig auf der Stadion Toilette gefunden haben, mal von einem Unbekannten zugesteckt bekommen haben. Im Saal herrscht eine skurrile Anspannung. Immer wieder klagt der Angeklagte über seine psychischen Probleme. Dann platzt dem Staatsanwalt der Kragen: "Was soll das hier? Ihre Schilderungen sind unappetitlich, angesichts der über 20 Verletzten."