
1.FC Köln: "Finanzwirtschaftlicher Sanierungsfall"
Finanziell steht der 1. FC Köln unter Druck, hinzu kommen die Ausschreitungen der Fans beim Spiel in Nizza: Es hätte eine aufregende Mitgliederversammlung werden am Dienstag Abend, doch sie verlief erstaunlich harmonisch:
Veröffentlicht: Mittwoch, 21.09.2022 04:47
Der alte Vorstand des 1. FC Köln ist auch der Neue. Werner Wolf, Eckhardt Sauren und Carsten Wettich sind am Abend von der Mitgliederversammlung mit rund 91 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden.
Drängende Themen seien nach wie vor der Ausbau des Trainingsgeländes am Geißbockheim, sowie die finanzielle Gesundung des Vereins.
Der 1. FC Köln hat das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Minus von 15,7 Millionen Euro abgeschlossen. Das hat FC-Geschäftsführer Philipp Türoff auf der Mitgliederversammlung am Abend bekannt gegeben. "Es bleibt ein finanzwirtschaftlicher Sanierungsfall", sagte Türoff, der seit 1. Januar im Amt ist.
Das Eigenkapital sei fast aufgebraucht worden. Die Verbindlichkeiten würden rund 66 Millionen Euro betragen, sagte Türoff. Maßgeblich dazu geführt hätten erneut die hohen Umsatzeinbußen durch die Corona-Pandemie.
Der 1. FC Köln sei aber immer zahlungsfähig gewesen und man habe die Lizenz für die neue Saison ohne Auflagen bekommen.
Für das laufende Geschäftsjahr werde ein positives Ergebnis erwartet, sagte Türoff weiter.
Ausschreitungen von Nizza
Die Ausschreitungen vor dem Conference-League-Spiel in Nizza waren Thema, wurden aber nicht kontrovers diskutiert, da die Vorstandslinie von Stadionverbot und Vereinsausschluss für alle Straftäter auf breiter Linie begrüßt wurde. Ein Mitglied erklärte nur, ihm sei alles "zu harmonisch" und verwies auf die nur rund 1000 anwesenden Mitglieder. Bei der Wahl des Vorstandes um 22.20 Uhr waren es noch 827.
Insgesamt zählt der Club 123 000 Mitglieder.