
Die Firmen melden hohe Impfquoten, nur ein kleiner Teil der Belegschaft muss deshalb täglich kontrolliert werden. Die Einführung der Kontrollen vor zwei Wochen war allerdings aufwendig. "Wir durften da auch erstmals den G-Status abfragen", sagt Florian Pottrick von der August Rüggeberg GmbH & Co. KG
PFERD-Werkzeuge in Marienheide.
Bei der Firma Radium in Wipperfürth standen Mitarbeitende der Personalabteilung ab morgens 5 Uhr am Werkseingang, um zu kontrollieren, bei Eiseskälte.
Die Firma Tenneco in Burscheid hat zusätzliches Personal an den Werkspforten hierfür eingeplant. Der diesbezügliche Aufwand hat mit der Zeit erwartungsgemäß abgenommen.
So melden es alle Rückmelder: Nachdem alle Personen mit langfristigem G-Status vermerkt sind und nur noch die wenigen Ungeimpften - bei Radium sind es 16 - kontrolliert werden müssen, verläuft alles unkomplizierter. Die bergischen Firmen melden auch eine hohe Akzeptanz. Die geimpfte oder genesene Mehrheit fühle sich mit der Regelung sicherer am Arbeitsplatz.
Hohe Impfquoten
Viele Betriebe melden uns hohe Impf- und Genesenenquoten von über 90 Prozent. So muss nur noch eine kleine Minderheit im Betrieb kontrolliert werden. Bei einigen geschieht das jeden Morgen per Email - sie schicken ihr Testergebnis. Andere zeigen es am Werkseingang vor. "Das ist natürlich nervig für die", sagt uns ein Firmenleiter. Aber es diene der Sicherheit aller.
Zur Erinnerung: Viele Kliniken melden und auch Studien belegen es - die Mehrzahl der Infektionen, nämlich um die 90 Prozent, geht von Ungeimpften aus. Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, in der letzten Woche über Ungeimpfte: "Eine Minderheit ist für den Großteil der Infektionen verantwortlich, darauf muss man reagieren."
Probleme nicht ausgeschlossen
Während uns die Firmen, die sich zurückmelden, von funktionierenden Abläufen berichten, gibt es auch Firmen, die sich nicht äußern möchten. AS-Creation in Gummersbach zum Beispiel möchte "nach Rücksprache mit unserem Vorstand (...) aktuell keine Stellungnahme abgeben". Auch Voss in Wipperfürth möchte erst "zu gegebener Zeit" schriftlich Stellung nehmen.
Über die Gründe der Zurückhaltung lässt sich nur spekulieren. Vielleicht läuft es doch nicht überall reibungslos?
Firmen, die nicht mitmachen, riskieren Bußgelder
Die Arbeitsschutzdezernate der Bezirksregierung Köln prüfen in einer Schwerpunktaktion die Einhaltung der 3G-Regel am Arbeitsplatz. Daneben wird die ebenfalls wieder eingeführte „Home-Office-Pflicht“, die Erstellung und Umsetzung eines betrieblichen Hygienekonzepts sowie das Corona-Testangebot seitens der Arbeitgeber geprüft. Verstöße gegen die Anforderungen des Infektionsschutzgesetzes können mit Bußgeldern bis zu 25.000 Euro geahndet werden.
Die Schwerpunktsetzung bei den Arbeitsschutzkontrollen gelte zunächst bis zum 24. Dezember 2021, so sie Bezirksregierung.
Im Klartext: Arbeitgeber, die nicht mitmachen, riskieren neben der Gesundheit ihrer Belegschaft auch ein hohes Bußgeld.