Afghanistan-Krise - Schicksale aus dem Bergischen

Wir alle kennen die schrecklichen Bilder aus Afghanistan und müssen zusehen, wie schnell die Taliban das Land für sich einnehmen. Noch viel schlimmer ist dieser Anblick für Menschen im Bergischen, die aus Afghanistan kommen und dort noch Freunde und Familie haben.

Mahdi hat Angst um seine Familie

Mahdi ist 24 Jahre alt und wohnt in Wermelskirchen. Vor sechs Jahren ist er aus Afghanistan nach Deutschland gekommen. Seine Eltern und seine Geschwister leben noch dort. Sie leben in ständiger Angst vor der Taliban, denn sie gehören einer Minderheit in Afghanistan an. Mahdi sorgt sich um seine Familie, besonders um seine kleine Schwester Atefa. Sie ist 18 Jahre alt und wollte eigentlich Informatik studieren, wie ihr großer Bruder. Jetzt darf sie nicht einmal mehr das Haus alleine verlassen. Erlaubt ist das für Frauen nämlich nur in Burka und in Begleitung eines Mannes. Außerdem fordert die Taliban, dass alle Frauen ab 18 Jahren verheiratet werden. Hat eine Familie zwei Söhne, muss einer von ihnen mit nur 14 Jahren für die Taliban kämpfen sagt Mahdi. Er sieht für seine kleine Schwester keine Zukunft mehr in Afghanistan.

Apo sorgt sich um seine Frau

Apo aus Bergisch Gladbach ist vor acht Jahren aus Afghanistan nach Deutschland gekommen. Er versucht seitdem, seine Frau auch nach Deutschland zu holen. Doch die Hoffnung auf einen Erfolg wird immer kleiner. Vor ein paar Tagen hatte er noch kurz Kontakt zu ihr über WhatsApp. Doch Apo befürchtet, dass auch dies bald nicht mehr möglich ist, weil die Taliban dann das Internet abschalten könnten. Er macht sich viele Sorgen und Gedanken, kann nicht schlafen, weil er Tag und Nacht grübelt.

© Radio Berg
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