
Kennt ihr das Gefühl, wenn euch jemand für etwas dankbar ist und dabei ein Leuchten in den Augen hat?
Bei der Vorstellung bekomme ich jetzt immer noch Gänsehaut. Ist mir vor ein paar Tagen mit meiner 86-jährigen Nachbarin so passiert.
Sie stand plötzlich zusammen mit einer Pflegerin ihres Pflegedienstes vor meiner Wohnungstür und klagte über ihre Heizung. Irgendetwas stimme damit nicht und ihr sei ganz kalt.
Am Anfang habe ich etwas gezögert. Ihr müsst wissen: ich bin schon froh, wenn ich einen Nachtschrank von Ikea, der aus fünf Teilen besteht, irgendwie zusammenklöppeln kann.
Aber gut, ich habe es dann einfach mal probiert.
Also bin ich der alten Dame in ihre Wohnung gefolgt und dann sah ich sie: eine Heizung, eingepfercht in einen dunklen Schrank- die Türen standen sperrangelweit auf. Von außen erinnerte mich die Heizung an den Maschinenraum eines Kreuzfahrtschiffes. Vier Regler, die alle aussahen, als würden sie mir sagen wollen: „Wehe, du drehst an mir herum. Dann kannst du was erleben!“
Das Risiko wollte ich definitiv nicht eingehen und habe deswegen meine Vermieterin über WhatsApp angeschrieben, die auch mir schon in vielen Situationen helfen konnte. Sie hat sich dann darum gekümmert, dass innerhalb von zwanzig Minuten ein Heizungsinstallateur vor Ort war und im Handumdrehen den „Dampfer“ wieder flottgemacht hat.
Ich war sehr erleichtert, dass das Problem schnell behoben werden konnte. Und meine Nachbarin auch. Ich wollte gerade zurück in meine Wohnung, da zog sie mich am Ärmel und flüsterte mit leuchtenden Augen ganz leise: „DANKE.“
Mein Tag war gerettet. In dieser Situation habe ich einfach wieder gemerkt, wie schön es ist, wenn man füreinander da ist.