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Arbeiten, wo andere Spaß haben
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Arbeiten, wo andere Spaß haben

Sommerferien an der Talsperre - das heißt Spaß und Entspannung! Aber da, wo gerade viele Leute an den bergischen Badeseen plantschen, sonnen und relaxen, müssen andere arbeiten, damit genau das klappt. Zum Beispiel die Mitarbeitenden der DLRG, bei der Feuerwehr, oder beim Ordnungsamt. Da ist Schwitzen in Uniform angesagt!

Veröffentlicht: Donnerstag, 13.07.2023 14:29

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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

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Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft sorgt für die Sicherheit der Schwimmer, Segler, Kanufahrer und Taucher. Wir waren bei der Ortsgruppe Bergneustadt. Ihr Haupteinsatzgebiet ist die Aggertalsperre. So bald die Sonne rauskommt, ist da der Bär los. Für die Ortsgruppe heißt das dann viel Arbeit. Ein großes Problem ist der sogenannte Affenfelsen, eine circa 4 Meter hohe Klippe, sagt Linus, Bootsführer bei der DLRG-Ortsgruppe:

Das war erst letzte Woche, als jemand heruntergesprungen ist und mit dem Kopf leider auf dem Stein aufgekommen ist. Ist natürlich unschön! Vor allem, wenn man vorher da vorbeigefahren ist und gesagt hat: "Leute bitte passt auf!"

Neben dem Klippenspringen überschätzen die Schwimmer oft auch die Wassertemperaturen und kriegen Krämpfen im kalten Wasser. Weit vom Ufer entfernt kann das lebensgefährlich werden. Trotzdem - da zu arbeiten, wo andere ihre Freizeit verbringen, lohnt sich auf jeden Fall, sagt Frank von der Ortsgruppe Bergneustadt:

Jedes Kanu, das mit Leuten drinnen umkippt... Wenn wir das rechtzeitig sehen und die Leute da aus dem Wasser holen, das gibt einem schon was. Oder sei es der Fall, dass man sieht, dass ein Segelboot bei einer Regatta kentert und dort hilft. Das sind solche Kleinigkeiten.
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Gaststätte Beverblick

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Während die einen an der Bever in der Sonne brutzeln, brutzelt bei Maik in der Küche in der Gasto an der Bever die Fritteuse. Currywurst und Pommes sind an einem heißen Badetag ein absolutes Muss. Dann wird es bei über 30 Grad Außentemperatur für Maik schnell noch ein bisschen heißer:

Ist manchmal nicht ganz einfach. Man schwitzt hier bei 45 oder 50 Grad, dann geht man noch zur Spülmaschine holt das saubere Geschirr heraus und da kommt einem der heiße Wasserdampf entgegen. Das ist dann schon manchmal wie in der Sauna hier in der Küche.

Bei gutem Wetter ist die gute Laune der Kunden ansteckend und das macht die Arbeit für Maik in der Küche einfacher. Das kann aber auch mal ganz schnell umschwenken, erzählt Maik. Dann wird die Stimmung der Kunden hitzig und das wortwörtlich:

Kommt jetzt die heiße Phase mit 30 Grad und mehr geht das ein oder zwei Tage gut. Wenn es dann aber länger so heiß ist, dann werden die Leute ungeduldig. Die werden ein bisschen quengelig und es geht alles nicht schnell genug. Mehr als arbeiten können wir dann aber auch nicht...

Und auch wenn es heiß in der Küche ist oder die Leute mal ungeduldig werden, gibt es schlimmere Arbeitsplätze, sagt Maiks Bruder Jörg. Denn der Weg zur Bever ist im Prinzip nur einen Katzensprung entfernt. Vor oder nach der Arbeit mal reinzugehen ist quasi Pflicht:

Abends sitzt man halt direkt mitten drinnen im Urlaubsfeeling und hat auch so kleine Urlaubsstöße zwischendurch, trotz der Arbeit. Wenn es dann noch 30 Grad ist und Leute mit guter Laune da sind, ist es ja wie im Urlaub. Was will man mehr?
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Feuerwehr

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Bei 40 Grad mit einem Ski-Anzug joggen klingt bekloppt. Aber der Feuerwehr geht es ähnlich, wenn sie zum Einsatz ausrücken. Auch für die Löschgruppe Lantemicke ist jeder Einsatz eine heiße Angelegenheit. Besonders wenn Badegäste auf die Idee kommen, im Wald zu grillen. Dafür hat Feuerwehrmann Dennis absolut kein Verständnis mehr:

Es kann kein Bürger sagen, dass er nicht mitbekommen hat, welches Risiko in unseren Wäldern herrscht. Mit Winden, Trockenheit, Zigaretten, kleinen Feuer und kleinen Funken. Ich glaube da wurde die letzten drei Jahre so viel Aufklärungsarbeit geleistet, dass das für mich auch ein Punkt ist, der nicht entschuldbar ist. Da kann keiner mehr sagen, dass er es nicht wusste.

Ein weiteres Problem sind die zugeparkten Zufahrten rund um die Agger, wo die großen Feuerwehrfahrzeuge nicht mehr durchkommen. Es wird häufig falsch geparkt. Ganz nach dem Motto: Hauptsache nah am Ufer und schnell im Wasser, sagt Feuerwehrmann Detlef:

Denkt mal an uns. Wir brauchen die 3 Meter oder 3.50 Meter, um vernünftig durchzukommen. Aber wenn da jemand sein Auto hinstellt, ist das vorbei. Also wir können dann keinem helfen, wenn andere gedankenlos sind.

Deshalb stellen Feuerwehr und Ordnungsamt jetzt Schilder und Parkblockaden auf.

Aber auch wenn nicht immer alles nach Plan läuft, haben die Kollegen und Kolleginnen der Löschgruppe Lantemicke auch viel zu lachen, sagt Jan:

Anfang Corona sind wir an den Ufern vorbeigefahren, um zu gucken, dass keine Grills an sind, weil zu dem Zeitpunkt erhöhte Waldbrandgefahr war. Dann kommen wir um die Ecke und an einer Boje hangen zwei Schlauchboot. Hinten hatten die sich eine Konstruktion gebaut und auf dem Wasser gegrillt. Mitten auf der Wasserfläche! Das war echt eine kuriose Sache. Wir hätten auch noch eine Wurst bekommen, hätten wir eine haben wollen.
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Ordnungsamt

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Für viele sind sie die absoluten Spielverderber. Die Mitarbeiter vom Ordnungsamt. Auch an der Bever sind sie im Einsatz: Während andere bei bestem Wetter plantschen, guckt das Ordnungsamt Hückeswagen, dass alles glatt läuft an der Talsperre:

Ja leider müssen wir manchmal das Spiel verderben. Aber ich denke, wenn man mal ein bisschen drüber nachdenkt, dann sollte es jedem einleuchten, dass, wenn es hier anfängt zu brennen, keiner was davon hat. Da sind wieder Menschenleben in Gefahr. Wir wollen halt, dass alle die Sonne genießen können und jeder eine schöne Zeit hat.

Finn arbeitet beim Ordnungsamt und muss im Sommer in der dicken Uniform schwitzen... Dabei achtet er vor allem darauf, dass keiner illegal grillt oder den Müll einfach im Wald entsorgt. Für solche Aktionen hat er selbst absolut kein Verständnis und kann nicht nachvollziehen, wieso es so schwer ist, seinen Müll wieder mit nach Hause zu nehmen.

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