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Asiatischer Tee aus dem Bergischen
Haeng ok Kim und Wolfgang Bucher in ihrem Teegarten in Odenthal-Scheuren
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Asiatischer Tee aus dem Bergischen

Kaum zu glauben, aber hier bei uns im Bergischen wächst und gedeiht asiatischer Tee - und zwar im Tscha-Nara Teegarten in Odenthal-Scheuren. Grünen, schwarzen oder gelben Tee, das alles baut ein koreanisch-deutsches Paar an, das sich auch durch die Liebe zum Tee kennengelernt hat.

Veröffentlicht: Dienstag, 21.12.2021 13:13

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Vom Tee-Service zum eigenem Tee-Anbau

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Der heute 61-jährige Wolfgang Bucher war lange Bio-Laborant bei Bayer. In den 70ern bekommt er ein Tee-Service geschenkt und so wird er zum Fan des Heißgetränks:

Ich sag mal, so ein bisschen naturwissenschaftlich orientiert hat mich dann interessiert: Was ist denn Tee überhaupt? Dann beschäftigt man sich mit der Tee-Pflanze, mit Camellien und merkt: Ja, Camellia Sinensis und dann war ich ganz stolz.

Stolz, weil er zum ersten Mal bei einem Händler Teesamen auftreibt, der er im Garten einpflanzt und der anwächst und gedeiht. Später reist er nach Asien, um mehr über die Teepflanze Camellia Sinensis zu lernen. Bei einer Pilgerreise in Südkorea lernt er Haeng ok Kim kennen und lieben. Sie ist zu dem Zeitpunkt 34, er zwei Jahre älter. Wolfgang Bucher reist zurück nach Deutschland, aber die beiden halten Kontakt, besuchen sich gegenseitig und heiraten schließlich. Auch Haeng ok Kim liebt Tee, sie ist mit dem Anbau und der Zubereitung der Pflanze aufgewachsen. In der Nähe ihres Elternhauses planen die beiden ihren ersten Teegarten anzulegen, erzählt Kim:

Wir wollten immer irgendwann mal in Korea einen Teegarten bauen. Das war unser gemeinsamer Traum. Aber irgendwie hat das nicht geklappt.

Es klappt nicht, weil die beiden nicht oft genug nach Korea reisen können, um den Teegarten zu pflegen. Die beiden leben seit ihrer Hochzeit in Leverkusen und versuchen dort in ihrem Garten im Jahr 1997 den Anbau der Teepflanze. Zu ihrem Erstaunen wachsen die Pflanzen dort richtig gut, so gut, dass sie schnell mehr Platz brauchen. Wolfgang Bucher hat zu der Zeit einen Nebenjob in der Bonsaischule Schneider in Odenthal-Scheuren. Da dort noch Platz ist, dürfen sie dort ihren Teegarten anbauen, der schließlich 4000 Quadratmeter groß werden soll.

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Einzigartig in Deutschland

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In Kims Heimat Korea haut eine Teeplantage niemanden vom Hocker, aber in Deutschland ist sie einzigartig. In Odenthal-Scheuren haben sie mit Pflanzen aus ihrem Garten in Leverkusen angefangen:

Das haben wir mit unseren ältesten Pflanzen gemacht, die sind von 1997. Die sind super gewachsen, also der Boden passt einfach.

Der Boden und die Hanglage in Odenthal sind ideal für die Pflanzen. Natürlich sind die Bedingungen nicht zu vergleichen mit den großen Teeanbaugebieten in Asien. Dort wächst der Tee aufgrund des Klimas wie am Fließband. In Odenthal ist Wolfgang für den Papierkram zuständig und notiert zum Beispiel, wo sie wann welche Teesorte aussäen und wie viel sie ernten. Seine Frau Kim kümmert sich hauptsächlich um die Gartenarbeit. Der Anbau und die Ernte des Tees geht alles andere als schnell, erzählt uns Wolfgang:

Wenn wir die Sämlingspflanzen auspflanzen brauchen sie fünf Jahre, bis man überhaupt anfangen kann zu ernten. Das heißt fünf Jahre lang pflegt man die. Dann nach drei oder vier Jahren fängt man an das erste Mal einen leichten Schnitt reinzubringen, dadurch verzweigen die Pflanzen sich besser und sind stabiler. Und dann kommt man erstmal dazu zu pflücken.

Das Paar verkauft auch ab und zu kleine Mengen ihres Tees, der ist aber nicht billig: 50 Cent bis 1 Euro pro Gramm. Der hohe Preis kommt durch die jahrelange Handarbeit.

Hier geht es zur Website des bergischen Teegartens

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