
„Stell dir doch einfach Blumen hin“, sagen sie aus dem Radio Berg Team und lachen über mich. Manche von euch sicher auch, wenn sie das lesen. Aber nicht alle. Ich weiß von einigen von euch, dass sie ihn auch so lange genossen und ausgekostet haben wie ich. Und was habt ihr mir für schöne Geschichten rund um euren Weihnachtsbaum erzählt: nur rosafarbene Kugeln im Baum, Zündkerzen als Baumschmuck oder auch den Baum später einfach als Vogelfutterstelle auf dem Balkon zu nutzen. Es waren schöne Tage mit ihm. Er fehlt mir und ich habe mich auch noch immer nicht an diese Leere gewöhnt, die er hinterlassen hat im Wohnzimmer. Gleichzeitig empfinde ich große Dankbarkeit für jeden Tag, an dem er da war. Ich habe mich die letzten Wochen jeden Tag gefreut, nach Hause zu kommen. Das erste, was ich immer gemacht habe, war nicht etwa die Jacke auszuziehen oder die Hände zu waschen, sondern sein Licht immer direkt wieder einzuschalten. Er war eine imposante Erscheinung, größer als zwei Meter, perfekt gebaut und gewachsen und seine grüne Nadelpracht war wie aus dem Katalog. Mein Weihnachtsbaum war der schönste, tollste und auch teuerste, den ich je hatte. Er war jeden Euro und jeden Cent wert. So lange wie er stand noch nie einer bei mir daheim. Fast ganze zwei Monate. Erst Ende Januar habe ich ihn abgeschmückt. Er stand dann noch einige Tage ohne alles im Wohnzimmer und selbst das war ein schöner Anblick. Seit wenigen Tagen passen seine zerschnittenen Zweige und Äste in einen großen Sack und sein Stamm ist zersägt in vier Teile. Die lasse ich jetzt trocknen und verfeuere sie dann kommenden Winter im Kamin. Dann steht auch schon sein Nachfolger wieder bei mir im Wohnzimmer. Bis dahin wird ganz sicher kein Blumenstrauß seinen Platz eingenommen haben.