
Bauarbeiten an der Stadtbahnlinie 1 in Bergisch Gladbach
Auf der Strecke der Stadtbahnlinie 1 in Bergisch Gladbach stehen umfangreiche Bauarbeiten an. Die Kölner Verkehrsbetriebe wollen zwischen den Haltestellen Refrath und Bensberg die Gleise und den Untergrund erneuern. Ab dem 14. Juli wird der Streckenabschnitt deshalb vier Wochen lang gesperrt. Passagiere müssen in dieser Zeit auf Ersatzbusse umsteigen.
Veröffentlicht: Mittwoch, 26.06.2019 13:50
Die Arbeiten und die Sperrung dauern bis zum 12. August. Im Anschluss sollen noch die Bahnübergänge Neuendorfer Weg in Frankenforst und Ferdinand-Stucker-Straße in Bensberg erneuert werden. Die KVB will insgesamt 2,1 Millionen Euro in die Arbeiten investieren.
Hier weiterführende Infos aus der Presseinfo der KVB:
Die Schieneninfrastruktur der Stadtbahn-Linie 1 in Bergisch Gladbach ist rund 40 Jahre alt. Täglich fahren hier bis zu sechs Bahnen je Stunde und Richtung. Die Gewichtsbelastung auf den Gleisen – jede Stadtbahn in Doppeltraktion wiegt etwa 120 Tonnen –und der ständige Kontakt von Rädern und Schienen auf der geraden Strecke, in Kurven und in Weichen führen zum Verschleiß. Nun muss die Infrastruktur erneuert werden, um den komfortablen und sicheren Stadtbahnbetrieb weiterhin zu ermöglichen.
Auf der rund 1,7 Kilometer langen Strecke zwischen der alten Eisenbahnüberführung an der Eichenhainallee im Frankenforst und der Ferdinand-Stucker-Straße in Bensberg werden ca. 4.300 Meter alte Schienen, etwa 3.500 Schwellen und rund 6.200 TonnenSchotter entfernt. Dann wird das Bodenmaterial bis zu einer Tiefe von 30 Zentimetern entnommen. Anschließend wird eine Geotextilmatte auf der Sohle der Baugrube ausgelegt und über diese eine Schicht aus mineralischem Material aufgefüllt. Danach werden die neuen Schienen und Schwellen montiert und mit neuem Schotter umgeben. Darauffolgend werden die Schienen miteinander verschweißt und geschliffen. Abschließend wird der Schotter durch eine spezielle Gleisstopfmaschine mehrmals gestopft, um den Gleis-körper zu festigen.
Mit der Baumaßnahme wird auch die Wasserführung unterhalb des Gleisbaus verbessert. Der Streckenabschnitt befindet sich im Bereich eines alten Bruchwaldes mit hohem Wasserstand. Das Gewicht der Stadtbahnen führte bisher zum Eindrücken der Schienen in den wasserführenden Grund, was zu einer Verschlammung führte und damit die Festigkeit des Gleisunterbaus beeinträchtigte. Nun wird das Wasser durch Sammelrohre und veränderte Gleisbauprofile abgeleitet und der Gleiskörper durch die Geotextil-matte und das mineralische Material vor zu starkem Wassereindrang geschützt. Dies bedeutet, dass der Gleisschotter zukünftig weniger häufig zur Stabilisierung gestopft werden muss.
Nach Beendigung der Gleisbaumaßnahme werden zudem im Zeitraum vom 12. Au-gustbis zum 14. August die Bahnübergänge Neuenweg im Frankenforst und Ferdinand-Stucker-Straße in Bensberg erneuert. Hierbei werden die Asphaltdecke der Fahrbahn und die Schienen ausgetauscht und die Fahrbahnmarkierungen neu aufgetragen. Dies bedeutet, dass die Bahnübergänge drei Tage lang gesperrt werden, eine Umleitung wird örtlich ausgeschildert. Die Erneuerung kann nicht während der großen Baumaßnahme erfolgen, da die Übergänge hierbei für Lkw-Verkehre der Baustellenlogistik benötigt werden.
Während der Baumaßnahme ist zudem der Parkplatz im Umfeld des Bahnübergangs Neuenweg vom 8. Juli bis zum 16. August nicht nutzbar, da sich hier die Baueinrichtungsfläche befindet und Gleisbaumaterial gelagert bzw. bearbeitet wird.
Die Baumaßnahme ist ein Beispiel nachhaltigen Gleisbaus, denn die Bauzeit von 30 Tagen,die hiermit verbundenen Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmer und die investierten Finanzmittel können als sehr günstig im Verhältnis zur erwarteten langen Nutzungsdauer bewertet werden. Die Zuverlässigkeit des Stadtbahnverkehrs bietet den Einwohnern Bergisch Gladbachs eine gute Alternative zur Nutzung des eigenen Pkw.
Ersatzbusverkehr notwendig
Die Trennung der Stadtbahn-Linie ist notwendig, da entlang der zu sanierenden Strecke im Zweischichtbetrieb gearbeitet wird und hierfür beide Fahrtrichtungen benötigt werden.Die Trennung beginnt am 14. Juli um ca. 3 Uhr und endet am 12. August um ca. 3 Uhr. Während der Trennung fahren die aus Köln kommenden Stadtbahnen nach normalem Fahrplan bis zur Haltestelle “Refrath“ und wenden in der dortigen Stadtbahnschleife. Auch für die Fahrten ab Refrath in Richtung Köln wird der Fahrplan der Linie 1 nicht verändert.
Im Linienabschnitt zwischen der Haltestelle “Refrath“ und der Endhaltestelle “Bensberg“ fahren Ersatzbusse auf zwei unterschiedlichen Rundläufen. Ein Rundverkehr mit Kleinbussen wird von der Stadtbahn-Haltestelle “Refrath“ zur Stadtbahn-Haltestelle “Kippekausen“ parallel zur Stadtbahntrasse und von dort über den Linienweg der Bus-Linien 450 und 453 zurück nach Refrath geführt. Die Haltestellen der Ersatzbusse befinden sich direkt neben den beiden genannten Stadtbahn-Haltestellen. Von Refrath bis Kippekausen benötigen die Busse etwa drei Minuten, für die etwas längere Strecke von Kippekausen bis Refrath etwa fünf Minuten.
Der zweite Rundverkehr mit Gelenkbussen wird von der Stadtbahn-Haltestelle “Refrath“ über die Straßen “Wickenpfädchen“ und “Wingertsheide“, dann über die Frankenforster Straße und Kölner Straße auf dem Linienweg der Bus-Linie SB 40 bis nach Bensberg in den Busbahnhof geführt. Hier enden und starten die Fahrten der Ersatzbusse an Bussteig 4. Die Rückfahrt nach Refrath erfolgt über den gleichen Weg, jedoch gelangen die Ersatzbusse in Refrath über die “VürfelserKaule“ zur Stadtbahn.
Für die Fahrtstrecken von ca. 4,1 Kilometer bzw. ca. 4,4 Kilometer dieses Ersatzbus-Verkehrs benötigen die Gelenkbusse jeweils etwa zwölf Minuten. Die Ersatzbus-Haltestellen “Refrath“, “Kölner Straße“ und “Bensberg“ befinden sich im direkten Umfeld der nicht bedienten Stadtbahn-Haltestellen. Die weiteren Ersatzbus-Haltestellen befinden sich an der Frankenforster Straße und Kölner Straße. Hierfür werden die regulären Bushaltestellen der Linie SB 40 genutzt. Den Fahrgästen wird empfohlen, die Ausschilderung vor Ort zu beachten und nicht die gewohnten Haltestellen “Kippekausen“, “Frankenforst“, “Neuenweg“ und “Im Hoppekamp“ anzusteuern. Der Ersatz für diese Stadtbahn-Haltestellen liegt jeweils zu weit von den gewohnten Haltestellen entfernt.
Die KVB bittet die Anwohner um Verständnis für die unvermeidlich entstehende Lärmbelästigung, auch in den Nachtstunden. Der Ablauf der Wanderbaustelle ist so geplant, dass lediglich wenige Tage hintereinander im gleichen Abschnitt der Strecke gebaut werden wird. Dabei dient der 30-tägige Bauzeitraum einem für mehrere Jahrzehnte komfortablen und sicheren Stadtbahnbetrieb, der im Normalfall ohne häufige Ad hoc-Baumaßnahmen ermöglicht wird.
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