Anzeige
Falsche Polizisten
© Polizei NRW
Teilen:

Bergisch Gladbach: Schockanrufer erbeuten 80.000 Euro

Mit einem sogenannten Schockanruf haben Betrüger in Bergisch Gladbach 80.000 Euro erbeutet. Sie hatten einem 80-jährigen Mann vorgegaukelt, sein Sohn habe einen schweren Unfall mit einem Toten verursacht habe. Nun sei eine Kaution fällig.

Veröffentlicht: Montag, 22.08.2022 13:53

Anzeige

Der angebliche weinende Sohn, ein falscher Polizist, ein vermeintlicher Rechtsanwalt und ein Staatsanwalt - sie alle haben den Senior angerufen und den Sachverhalt untermauert. Außerdem wurde der 80-Jährige laut Polizei instruiert, niemanden zu kontaktieren, weil sein Telefon abgehört würde. Am Ende hat der Senior 80.000 Euro Bargeld an eine Frau an der Haustür übergeben. Erst als der echte Sohn sich bei dem Senior meldete, flog der Betrug auf. Die Polizei sucht jetzt Zeugen.

Die Abholerin des Geldes, die sich "Frau Janek" nannte, konnte wie folgt beschrieben werden: circa 35 Jahre alt, nach Aussage des Geschädigten hatte sie "asiatisches Aussehen", schulterlange schwarze Haare, einen unbekannten Akzent. Mögliche Zeugenhinweise bitte an 02202 205-0. Die Polizei Rhein-Berg warnt in diesem Zusammenhang noch einmal vor solchen Anrufen, bei denen die Betrüger gezielt den Schockmoment ausnutzen. Nachfolgende Tipps gibt das Fachkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz:

1. Überweisen oder übergeben Sie niemals Geld an Unbekannte.

2. Stellen Sie der Person, die Sie anruft, ggf. eine "Sicherheitsfrage", die nur er oder sie persönlich beantworten kann.

3. Lassen Sie sich nicht durch den Schock unter Druck setzen. Bleiben Sie ruhig.

4. Legen Sie auf. Vergewissern Sie sich unter der Ihnen bekannten Rufnummer, ob es sich tatsächlich um die vorgegebene Person handelt.

5. Involvieren Sie eine Vertrauensperson, wie Nachbarn, Angehörige oder Freunde.

6. Rufen Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle an und erkundigen sie sich über den Sachverhalt. Suchen Sie die Nummer bitte eigenständig heraus. Erstatten Sie Strafanzeige.

"Weder die Polizei noch Rechtsanwälte, Amtsgerichte oder eine Staatsanwaltschaft würden telefonisch oder persönlich Geld bzw. eine Kaution nach einem Verkehrsunfall verlangen", sagt die Polizei. "Die Geschichten sind schlichtweg frei erfunden."

Wenn Sie Fragen zu dieser oder anderen Betrugsmaschen haben oder eine Beratung benötigen, melden Sie sich beim zuständigen Kommissariat unter der Rufnummer 02202 205-444. (st)

Die Polizei Oberberg warnt unterdessen erneut vor der "whatsapp-Betrugsmasche". Ein 61-Jähriger aus Bergneustadt hatte zuletzt gleich zweimal Geld an Betrüger überwiesen, weil er glaubte, seine Tochter habe ihn per whatsapp um Geld gebeten. 

Anzeige
Anzeige
Anzeige