
Bergisch-Indischer Kurzfilm räumt Preise ab
Was unser Bergisches Land alles kann! Zum Beispiel kann es die perfekte Kulisse für eine indische Legende liefern. Die Künstlerin Tanmayo hat im Bergischen einen Kurzfilm mit indischen Elementen gedreht, der bereits mehrfach auf Film-Festivals ausgezeichnet wurde.
Veröffentlicht: Mittwoch, 22.12.2021 10:50
Vor typisch bergischen Kulissen wie der Dhünntalsperre, der Strunde Quelle in Bergisch Gladbach- Herrenstrunden, der Bevertalsperre oder auch in Immekeppel-Freudental hat die Künstlerin Tanmayo aus Bergisch Gladbach den Kurzfilm "Bajadere" über eine indische Legende gedreht. Es geht um einen Gott, der sich auf der Erde in eine indische Tempeltänzerin verliebt. Diese Tänzerin, gespielt von Sandra Jasmin aus Bergisch Gladbach, tanzt auch mal vor einem Fachwerkhäuschen, was ja eher weniger Ähnlichkeiten mit einem Tempel aufweist. Doch das spielt für Tanmayo keine Rolle: Sie hat für ihre magische Geschichte nach magischen Orten im Bergischen gesucht und sie hat sie auch gefunden. Was das Bergische für sie zur perfekten Kulisse macht, erzählte sie uns:
Das Bergische hat eine Magie, mit diesen Wäldern, den Gewässern und kleinen Flüssen und ich liebe die kleinen Häuschen auch, das findet man nicht so oft.
Der Film wurde letztes Jahr gedreht und kommt mit nur zwei Darstellern aus: die Tempeltänzerin, gespielt Sandra Jasmin und der indische Gott, der von Tanmayos Mann gespielt wird. Der Gott ist in eine lange Kutte eingehüllt und sein Gesicht ist unter einer Kapuze verborgen, die Götter-Kutte hat Tanmayo in einem Laden für Karnevalsbedarf gefunden. Bei den Dreharbeiten kam es auch zu Verbindungen mit dem Karneval, erzählt Sandra Jasmin:
Es gab Leute, die wir bei den Drehs getroffen haben, die fanden das wirklich interessant und haben uns auch gefragt, was wir da machen. Und gerade in der Nähe von Köln kriegt man dann immer den Kommentar "es ist ja jetzt nicht Karneval", weil unsere Kostüme natürlich etwas ausgefallener sind.
Tanmayo kommt aus Schottland, aber hat, wie Sandra Jasmin ebenfalls, einige Zeit in Indien gelebt. Für sie ist der bergisch-indische Kontrast der Grund dafür, dass viele den Kurzfilm mit einem Fantasy-Film verbinden. Durch die mehreren Preise, die der Kurzfilm auf Festivals erhalten hat, wurde der Erfolg der bergisch-indischen Kombination bestätigt. Inspiriert ist der Kurzfilm von Goethes Ballade "Der Gott und die Bajadere" aus dem Jahr 1797. "Bajadere" ist ein alter europäischer Begriff für die Gemeinschaft der indischen Tempeltänzerinnen. Entstanden ist Tanmayos Kurzfilm im Rahmen des Projektes "Der Mensch und die Krise", das durch das Kulturamt des Rheinisch-Bergischen Kreises gefördert wurde.
Ihr könnt euch den Kurzfilm hier anschauen.