
Bergische Reaktionen auf Kemmerich-Wahl
Die Wahl von FDP-Politiker Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen schlägt auch im Bergischen hohe Wellen: Kemmerich war am Donnerstag gewählt worden – mit den Stimmen der AfD. Unter anderem hat die FDP in Wermelskirchen jetzt reagiert.
Veröffentlicht: Donnerstag, 06.02.2020 05:35
Der Ortsverband distanziert sich „ausdrücklich und mit aller Entschlossenheit“ von Kemmerichs Entscheidung, die Wahl unter diesen Umständen anzunehmen, heißt es in einer Mitteilung. Es sei völlig inakzeptabel, dass die Wahl durch die AfD entscheiden wurde, deren Vorsitzender in Thüringen Björn Höcke ist.
Der Verband betont, dass er selbst jegliche Zusammenarbeit mit der AfD auf allen Ebenen ablehnt.
FDP Rhein-Berg fordert Rücktritt
Der Bezirksvorstand der FDP im Rheinisch-Bergischen Kreis hat Kemmerich gestern Abend bereits zum Rücktritt aufgefordert. Laut Kreisvorsitzenden Hermann Küsgen sei "in der entscheidenden Situation das falsche Wort" gefallen. Kemmerich hätte die Wahl mit Stimmen der AfD ablehnen müssen, so Küsgen. Er hoffe, dass es nun gute Gespräche mit Kemmerich gebe und er einsähe, dass sein Weg der Partei schade.
Tebroke: "Grenzen zur AfD verwischt"
Der rheinisch-bergische Bundestagsabgeordnete Hermann-Josef Tebroke sieht einen erheblichen Schaden für seine Partei, weil die Grenzen zur AfD, gerade der in Thüringen, in der öffentlichen Wahrnehmung verwischt worden seien. Dazu käme, dass nicht klar sei, wieso die CDU sich in Thüringen so habe überrumpeln lassen oder womöglich abgesprochen habe.
Spontandemo in Köln
In Köln hat die Wahl am Abend eine Spontandemo mehrerer Bündnisse in der Innenstadt ausgelöst: nach Angaben der Polizei waren rund 500 Teilnehmer dabei. Einige von ihnen sind auch ins Rathaus eingedrungen. Zu Ausschreitungen sei es dabei aber nicht gekommen, sagt die Polizei: Man habe die Eindringlinge friedlich hinausbefördert.
Albowitz-Freytag schreibt E-Mail an Kemmerich
Oberbergs FDP-Ehrenvorsitzende Ina Albowitz-Freytag sprach von einem großen Schaden für ihre Partei. Sie befürchtet Auswirkung auch auf die anstehende Kommunalwahl. Sie könne als gebürtige Weimarerin bestimmte Dinge in Thüringen nachvollziehen - das aber nicht. Sie hat eine E-Mail an Kemmerich geschickt und ihn darin zum Rücktritt aufgefordert.