Bergisches: IHK und Einzelhandelsverband kritisieren Paketabgabe

Geschlossene Läden - und Weihnachtseinkäufe nur über das Internet. Um den lokalen Händlern zu helfen, wird aktuell über eine so genannte "Paketabgabe" diskutiert - also zusätzliche Abgaben, die Online-Händler zahlen müssen, wenn bei ihnen online eingekauft und die Ware dann verschickt wird.

Die IHK Köln kritisiert die Idee: Denn auch die kleinen Einzelhändler vor Ort würden sich aktuell oft eine Online-Präsenz aufbauen, um während des Lockdowns Einnahmen zu generieren - eine Paketabgabe wäre somit eine doppelte Belastung. Auch Marcus Otto, Geschäftsführer des Handelsverband NRW-Rheinland bezweifelt, dass eine solche Abgabe hilft - er plädiert dafür, dass große Online-Player auch da Steuern zahlen, wo sie Geld verdienen:

Die Wertschöpfung findet nun mal bei den Käufern in Deutschland statt. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, die entsprechenden Steuern einzunehmen. Es bedarf also keiner weiteren Steuereinnahmen und keines weiteren Bürokratiemonsters, sondern es bedarf einer gerechten Steuerpolitik. Das wäre der Weg.

Marcus Otto begrüßt den Vorstoß, dass den Geschäften hier vor Ort geholfen werden soll - hält die Paketabgabe aber für wenig sinnvoll. Denn viele kleine Händler würden aktuell Zeit und Geld investieren, um sich auch online gut aufzustellen. Die Zukunft des Handels liege in einer Kombination aus Online- und Stationärem Handel, so Otto weiter.

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