
Es war die längste Soko in der Geschichte der Kölner Polizei. Die BAO Berg – die Besondere Ermittlungsgruppe zum Kindesmissbrauchskomplex von Bergisch Gladbach wurde jetzt aufgelöst. 65 Kinder seien befreit – 429 Tatverdächtige bundesweit, quer durch Europa und in Übersee identifiziert. Kölns Polizeipräsident Uwe Jacob sagte, auch nach dem Ende der BAO Berg werde der Kampf gegen Missbrauch ein Schwerpunkt der Polizei bleiben müssen.
Der Leiter der Soko Michael Esser sagte, der Komplex Bergisch Gladbach habe gezeigt, dass Missbrauch in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei und es die Aufgabe der ganzen Gesellschaft sei, Missbrauch zu bekämpfen.
Im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach hat es in Nordrhein-Westfalen mittlerweile 13 Verurteilungen gegeben. Insgesamt hätten in den vergangenen Jahren 15 «Kernverfahren» aus der Arbeit der speziellen Polizei-Ermittlungsgruppe «Berg» resultiert, sagte der Leiter der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW, Markus Hartmann, am Mittwoch in Köln. In 13 Fällen habe es gerichtliche Entscheidungen gegeben - bei denen insgesamt mehr als 80 Jahre Freiheitsstrafe verhängt worden seien. Zwei Angeklagte seien noch vor einem Urteilsspruch gestorben.
Die «Besondere Aufbauorganisation Berg» (BAO Berg) der Kölner Polizei hatte 2019 begonnen, in einem weit verzweigten Missbrauchskomplex zu ermitteln. Im Haus eines Mannes aus Bergisch Gladbach bei Köln waren damals Unmengen kinderpornografischer Daten gefunden worden. Zudem stießen die Ermittler auf viele Kontakte zu Männern, die im Netz Videos und Abbildungen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs austauschten. Nach und nach kam man immer mehr Verdächtigen auf die Spur. Nun wird die BAO Berg aufgelöst.