Brigitte Mackscheidt über ihren anderen Urlaub

Im Bergischen ist es doch auch so schön! Der Meinung ist Redakteurin Brigitte Mackscheidt angesichts der Naturkatastrophen um sie herum.

Große, helle Ferienwohnung mit einer Dachterrasse, die den Blick spendiert auf ein süßes italienisches Dorf. Ein Dorf, das im Westen Sardiniens liegt, mit seinen herrlichen Olivenbaumlandschaften, den tollen Küstenstraßen und dem hellblauen, glasklaren Meereswasser.

Frisches Marktgemüse, sardischer Käse, Oliven und Rotwein - das alles war der Urlaub, auf den ich mich nach der pandemiebedingten Reisepause gefreut habe. Kam aber anders. Es fing damit an, dass Sardinien von allen Regionen Italiens die höchste Inzidenz hatte: Etwa den fünffachen Wert der gesamtitalienischen. Wie die Kaninchen auf die Schlange starrten wir jeden Tag auf die sardische Inzidenz und wir konnten uns nicht ansatzweise vorstellen, was die da genau machen, dass die Zahlen so derartig hochschießen. Das Risiko, dass Sardinien gelbe oder sogar orange Zone werden könnte, rückte immer näher. Orange bedeutet: Man darf die Gemeinde nicht verlassen. Keine berauschende Aussicht, wenn man eigentlich das Umland erkunden wollte. Apropos Umland: Dann kamen Waldbrände. Das Umland, da, wo wir gebucht haben, ist jetzt plötzlich nicht mehr. Wir haben den Urlaub storniert. Außer ein bisschen Trauer hat es uns nichts gekostet, die Stornomöglichkeit war mitgebucht. Und zu Hause im Bergischen ist es schließlich auch sehr schön. Das Gefühl, das bleibt, ist trotzdem Traurigkeit: Wie hier bei uns im Hochwasser haben dort Menschen im Feuer so viel verloren. Ganze Landschaften sind zerstört. Es wird zig Jahre dauern, bis man das nicht mehr sieht. Die Menschheit lernt jetzt hoffentlich, dass sie etwas ändern muss, wenn wir nicht einer Welt der Pandemien und Naturkatastrophen leben wollen.

Und falls ihr euren Urlaub noch vor euch habt: Ich drücke euch die Daumen, dass euer Ziel von Katastrophen verschont bleibt!