
Corona-Nachweis im Abwasser: Forscher testen in Kläranlagen
Eine Pandemiewelle oder lokale Ausbrüche früh erkennen, um direkt gegensteuern zu können - das geht hoffentlich bald, mit Hilfe unseres Abwassers! Forscher*innen vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig haben Proben aus 50 Kläranlagen in ganz Deutschland genommen, um das Virus nachzuweisen - auch der Wupperverband hat mitgemacht und täglich Wasserproben aus bergischen Kläranlagen zur Untersuchung geliefert.
Veröffentlicht: Dienstag, 11.05.2021 13:49
Die Forscher*innen bekommen durch diese Abwasseruntersuchungen einen Überblick über das Infektionsgeschehen der gesamten Bevölkerung in dem Gebiet, sagt Studienleiter und Virologe René Kallies. Man sähe die Zu- und Abnahmen der Inzidenzen klar im Abwasser, sei sogar ein, zwei Tage früher dran, als die gemeldeten Fälle.
Eine Zunahme des Virus im Abwasser könnte so künftig direkt an politische Entscheidungsträger*innen weitergemeldet werden, sagt Kallies. Diese könnten dann frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.
Weil diese Untersuchungen sehr aussagekräftig sind, empfiehlt auch die EU jetzt, Abwassertests regelmäßig durchzuführen - und zwar ab Oktober in Kläranlagen mit Abwasser von mehr als 150.000 Einwohnern. Bis dahin wollen die Forscher die Tests noch weiter sensibilisieren und verbessern sagt René Kallies. Denn Abwasser sei eine "komplexe Matrix", die den Nachweis des Virus durch PCR-Tests erschweren.
Die nächste Viruswelle könnte also schon über unser Abwasser vorhergesagt werden. Auch dank unserer "Proben" im bergischen Abwasser.

