
Corona-Testlabor in Reichshof
Wer im Bergischen beim Hausarzt auf das Coronavirus getestet wird, dessen Abstrich landet mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Laborunion in Reichshof-Wehnrath. Über 1000 Arztpraxen arbeiten mit dem Labor zusammen. Täglich kommen über 3000 Tests ins Wehnrather Gewerbegebiet und müssen dort im Labor sortiert und vorbereitet werden.
Veröffentlicht: Mittwoch, 16.09.2020 03:12
Das ist erstmal ne Menge Papierkram und Organisation - mehrere hundert Tests führt das Labor dann täglich selbst durch, die anderen gehen an andere Labore. "Das wäre für uns alleine gar nicht zu schaffen", sagt Geschäftsführer Alexander Keil. Überhaupt arbeitet das Labor aktuell am Limit. 150 Mitarbeitende in Schichten von morgens sieben bis abends 22 Uhr fahren Abstriche holen, pipettieren, bereiten vor und testen.In Reichshof kommt das so genannte PCR-Verfahren zum Einsatz. Dabei werden die Abstriche in einem vollautomatischen Apparat einer Polymerase-Kettenreaktion unterzogen. Klingt kompliziert, ist aber vom Prinzip ganz einfach: Am Rachenabstrich kleben Viren und Bakterien. Die Erbinformation der Erreger werden beim PCR-Verfahren im Labor kopiert und vervielfältigt. So kann man sie besser lesen. Wenn sich dann Erbinformation des Coronavirus Sars-CoV 2 in den Proben findet, ist der Test positiv. In Reichshof-Wehnrath ist das in etwa jeder hundertste Test.
"Wir merken einfach, je länger wir da in dieser Hochphase sind, dass wir da doch an unsere Kapazitätsgrenzen stoßen."
Sorge bereiten Alexander Keil die vielen Tests, die aktuell reinkommen. Als Beispiel führt er Coronafälle in Altenheimen an, wo schnell reagiert werden müsse. Die vielen anderen Tests würden das ausbremsen. "Man kann gar nichts mehr vorziehen. Wie sollen wir das organisieren? Bei der Menge von Proben und das bereitet mir Kummer, dass diese Mengen von asymptomatischen Patienten uns das Leben da erschweren an der Stelle".
Für die nächsten Wochen denkt die Laborunion über einen eigenen Test-Drive-In nach, um die niedergelassenen Hausärzte in der Region zu entlasten. Das würde aber noch mehr Aufwand fürs Labor selber bedeuten.
