Coronavirus: Angst vor Anfeindungen und Rassismus

Als Asiatin in Deutschland zu leben, ist aktuell nicht leicht. Asiaten gelten in Deutschland aktuell alle als Chinesen. Und zwar als Corona-infizierte Chinesen. Daran leidet auch Huayan Ribbeck aus Leichlingen.

© Radio Berg

Huayan lebt hier bei uns im Bergischen, in Leichlingen. Und aktuell hat sie das Gefühl, das Haus besser nicht zu verlassen, wenn sie hier ist. Denn für viele von uns sind Asiaten - egal welche - derzeit allesamt ansteckend. Ansteckend mit dem Coronavirus. 

Huayan hätte sogar ansteckend sein können. Sie war nämlich tatsächlich kürzlich in China zu Besuch. Danach hat sie sich hier in Deutschland aber freiwillig in Quarantäne begeben und weiß jetzt: Sie ist nicht infiziert. 

Trotzdem bleibt sie seither zu Hause. Sie hat Angst vor Anfeindungen. In Berlin haben Menschen Asiaten sogar körperlich angegriffen. Huayan befürchtet, dass ihr das auch passieren könnte, sagt ihr Schwiegervater Gerd: 

Deswegen ist meine Schwiegertochter jetzt auch sehr besorgt. Im Moment hat sie Angst alleine und geht deshalb nicht ohne ihren Ehemann raus.   

Und mit dieser Angst ist sie nicht alleine: 

Wir hatten jetzt am Wochenende noch drei chinesische Freunde zu besuch, die genau die gleichen Bedenken haben. Nur weil man andere Augenlider hat, scheinen manche sofort Angst zu haben, man könnte infiziert sein.

Das sind rassistische Vorurteile, die sich da parallel zu dem Coronavirus ausbreiten. Alle Asiaten sind Chinesen. Alle Chinesen sind ansteckend. Um dem entgegen zu wirken, setzt Gerd auf vernünftige Aufklärung über das Coronavirus:  

Man sollte offen mit der Krankheit umgehen. Die Menschen zu informieren halte ich für besonders wichtig, denn diese Gerüchteküche muss aufhören, damit die Menschen beim Anblick eines Chinesen nicht sofort Angst bekommen und das in Gewalt endet. Eine gute Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig.
Gerd und Huayan Ribbeck bei ihrem Besuch in China. © Radio Berg
Gerd und Huayan Ribbeck bei ihrem Besuch in China.
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