Coronavirus: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was ist bekannt über den Erreger? Wie kann ich mich anstecken? Wann muss ich einen Test machen? Wie verhalte ich mich richtig? Rund um das Coronavirus sind viele Menschen verunsichert und es gibt immer noch viele offene Fragen. Wir haben Antworten!

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Update vom 26. März (12 Uhr)

Wir beziehen uns auf Informationen des Robert-Koch-Instituts und auf einen Fragenkatalog der zukünftigen Leiterin des Gesundheitsamtes des Rheinisch-Bergischen Kreises, Dr. Sabine Kieth.

Das Corona-Virus verursacht die Krankheit Covid-19. Sie verläuft in den meisten Fällen mit Erkältungssymptomen. In seltenen Fällen - bei älteren Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen - kann die Krankheit einen schweren Verlauf nehmen. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann? Alle Antworten auf einen Blick.

Wie ansteckend ist das neue Coronavirus?

Ein Wert, wie viele andere Menschen ein Infizierter im Mittel ansteckt, lässt sich noch immer nicht gesichert angeben. Das Virus verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion etwa beim Husten und Sprechen. Dies kann direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden. Die neuartigen Coronaviren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden.

Durch Niesen oder auch beim Sprechen gelangen Speicheltröpfchen in die Luft und können von anderen Menschen eingeatmet werden. Daher ist der aktuell empfohlene Mindestabstand von 2 Metern unbedingt einzuhalten. Speicheltröpfchen können aber auch an Gegenständen haften - wie Türklinken oder Einkaufswagen. Laut RKI kann das Virus bis zu 6 Tagen auf Flächen überleben, daher ist gründliches Händewaschen sehr wichtig.

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 5-6 Tagen. Es kann aber auch 14 Tage dauern, bis Symptome auftreten. Daher werden Verdachtsfälle 14 Tage isoliert.

Das Corona-Virus ist bereits in der Inkubationszeit hoch ansteckend. In dieser Zeit weisen Menschen noch keine Krankheitssymptome auf und wissen oft nicht, dass sie infiziert sind. Manche Menschen entwickeln auch keine Symptome und verbreiten den Erreger unwissentlich weiter.

Es erkranken derzeit viele Menschen gleichzeitig - daher gibt es aktuell auch viele schwere Fälle, die in Kliniken behandelt werden müssen.m Einsatz kommen,

Wie gefährlich ist das Virus für Deutschland?

Das Robert Koch-Institut erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein. Es handelt sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation. Bei einem Teil der Fälle sind die Krankheitsverläufe schwer, auch tödliche Krankheitsverläufe kommen vor. Die Zahl der Fälle in Deutschland steigt weiter an.

Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird derzeit insgesamt als mäßig eingeschätzt. Diese Gefährdung variiert aber von Region zu Region und ist in „besonders betroffenen Gebieten“ höher. Die Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe nimmt mit zunehmendem Alter und bestehenden Vorerkrankungen zu.

Es ist offen, wie viele Menschen sich insgesamt in Deutschland mit dem Coronavirus infizieren werden und über welchen Zeitraum dies geschehen wird. Die Auswirkungen für Deutschland lassen sich nicht vorhersagen: Es könnte schwerer als bei einer schweren Grippewelle werden, das Geschehen könnte aber auch milder verlaufen, das ist nicht vorhersehbar.

Welche Symptome verursacht das neue Coronavirus?

Die meisten Menschen haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. Hinzukommen können Fieber, Husten und Atemprobleme, wie sie auch bei einer Grippe auftreten. Auch Kopfschmerzen oder Durchfall sind möglich. Nach Angaben der chinesischen Gesundheitsbehörde komme es bei mehr als 80 Prozent der Infizierten zu milden Infektionsverläufen, knapp 14 Prozent erkranken schwer.

Bei knapp fünf Prozent komme es zu lebensbedrohlichen Auswirkungen wie Atemstillstand, septischem Schock oder Multiorganversagen. Die Inkubationszeit - der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen - beträgt nach derzeitigem Stand meist 2 bis 14 Tage.

Wie kann ich mich vor dem Coronavirus schützen?

Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen Abstand zu Erkrankten (ca. 1 bis 2 Meter) auch vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Diese Maßnahmen sind auch in Anbetracht der Grippewelle überall und jederzeit angeraten. Es gibt nun auch eine "Husten und Nies-Etikette und Hinweise zu guter Händehygiene. Hier könnt ihr alles dazu nachlesen.

Was tue ich, wenn ich fürchte, mich angesteckt zu haben?

Wer Kontakt zu einem Infizierten hatte, sollte sich laut RKI zunächst bei seinem Gesundheitsamt melden, unabhängig davon, ob Symptome aufgetreten sind oder nicht. Sowohl der Rheinisch-Bergische als auch der Oberbergische Kreis haben Bürgertelefone geschaltet. Dort können Fragen geklärt und Termine für Abstriche ausgemacht werden.

Reisende aus Risikogebieten, die Symptome haben, sollen nach telefonischer Voranmeldung mit Hinweis auf die Reise einen Arzt aufsuchen.


Wie lässt sich die neue Lungenkrankheit behandeln?

Eine spezielle Therapie für die Erkrankung Covid-19 gibt es nicht. Schwer erkrankte Patienten werden symptomatisch behandelt: mit fiebersenkenden Mitteln, der Therapie etwaiger bakterieller Zusatzinfektionen und mitunter mechanischer Beatmung. In Einzelfällen werden auch antivirale Medikamente getestet.

Gibt es eine schützende Impfung?

Nein. Etliche Labors weltweit forschen derzeit an Impfstoffen wie es sie auch für die Grippe gibt. Die Entwicklung einer Schutzimpfung nimmt aber viel Zeit in Anspruch. WHO-Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan glaubt, dass erste Impfstoff-Tests an Menschen in drei bis vier Monaten beginnen könnten. Ein zertifizierter Impfstoff für weitreichenden Einsatz stehe aber wohl erst in 18 Monaten zur Verfügung.

Zum Schutz vor diesem wie auch anderen Viren empfehlen Experten gewöhnliche Hygienemaßnahmen: regelmäßiges Händewaschen, Desinfektionsmittel und Abstand zu Erkrankten. Den Nutzen von normalen Atemmasken - wie derzeit in China und anderen Ländern überall auf den Straßen zu sehen - schätzen Experten als eher gering ein.

Eine Grippe-Impfung schützt nicht vor einer Infektion mit dem Corona-Virus.

Was für ein Virus ist Sars-CoV-2?

Der wahrscheinlich im November oder Dezember auf einem Wildtiermarkt in Wuhan in China auf den Menschen übergesprungene Erreger Sars-2-CoV zählt zu den Coronaviren. Sie sind wegen der zackenartigen Strukturen auf ihrer Oberfläche so benannt. Sieben Vertreter dieser Gruppe verursachen beim Menschen Atemwegserkrankungen, etwa auch Schnupfen oder Husten.

Sars-CoV-2 eingeschlossen ist von dreien bekannt, dass sie mitunter schwere Symptome auslösen. Beim ebenfalls aus China stammenden Sars-Virus (Schweres Akutes Atemwegssyndrom) wurden 2002/2003 rund 8000 Fälle bekannt, etwa 800 Menschen starben. 2012 tauchte in Vorderasien das Mers-Virus (Middle East Respiratory Syndrome) auf. Es ist weniger ansteckend, aber aggressiver: Von rund 2500 Infizierten bis November 2019 starben knapp 860 - etwa jeder dritte.

Der Covid-19-Erreger Sars-CoV-2 ist genetisch sehr eng mit dem Sars-Erreger Sars-CoV verwandt, daher hat er auch den sehr ähnlichen Fachnamen erhalten.

Wer entscheidet, ob ein SARS-CoV-2-Test durchgeführt wird?

Wer getestet wird, entscheiden aktuell die Kliniken und Hausärzte. Sie orientieren sich dabei an Empfehlungen des RKI. Symptome wie Halsschmerzen, Fieber oder Atembeschwerden reichen demnach aktuell nicht aus. Betroffene müssen zusätzlich Kontakt zu einer infizierten Person gehabt oder sich in einer flächendeckend betroffenen Region aufgehalten haben.

Es wird aber nicht bei allen, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten, ein Test durchgeführt. Abhängig ist, wann der Kontakt erfolgte. Während der frühen Phase der Inkubationszeit kann es sein, dass der Test negativ ausfällt, obwohl man infiziert ist. Das würde Laborkapazitäten unnötig belasten.

Ein Test ist außerdem nicht sinnvoll, wenn der Kontakt zu einer infizierten Person oder der Besuch in einem Risikogebiet über 14 Tage her ist und man keine Symptome hat. Sinnvoll ist ein Test, wenn man innerhalb der 14 Tage Symptome entwickelt, dann sollte man sich an das Gesundheitsamt wenden.

Bei einem Test wird mit einem Wattestäbchen schmerzlos ein Abstrich der Atemwege vorgenommen. Die Probe wird dann im Labor untersucht. Aktuell kann es bis zu einer Woche dauern, bis ein Testergebnis vorliegt.

Wo gibt es aktuelle Infos?

Es gibt für NRW eine eigens eingestellte Hotline für Bürger. Unter 0211 855 47 74 können sich Bürger über alles Wichtige informieren und Fragen stellen. Das Robert Koch-Institut (RKI), die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Bundesgesundheitsministerium (BMG) haben entsprechende Webseiten eingerichtet.

Außerdem informieren die Bürgertelefone des Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreises.

Die John Hopkins Universität aus den USA hat eine Livekarte erstellt. Mit ihr sind alle Fälle auf der ganzen Welt einsehbar, mit Infos zu Todesfällen und Heilungen. Hier geht's zur Website.

Was mache ich, wenn ich positiv getestet bin?

Kontakte vermeiden, zuhause bleiben und auf Hygiene achten. Man sollte auch körperlichen Kontakt zu Familienmitgliedern vermeiden und Abstand halten. Leben im Haushalt Personen aus der Risikogruppe, sollte man sich in einem anderen Raum aufhalten. Sollten die Beschwerden stark sein, empfiehlt das Gesundheitsamt den Hausarzt zu kontaktieren und das weitere Vorgehen abzusprechen.

Der Krankheitsverlauf bei Covid-19 verläuft individuell. In den allermeisten Fällen verläuft eine Erkrankung durch das Corona-Virus milde. Problematischer sind oft eher die möglichen Begleitinfektionen. In seltenen Fällen ist eine Behandlung im Krankenhaus nötig.

Ungewöhnliche Frage: Kann das Virus über die Toilette in den Wasserkreislauf gelangen?

Ob Viren über den Stuhlgang übertragen werden können, ist nicht hinreichend erforscht. Man geht derzeit davon aus, dass das Virus über Tröpfcheninfektion übertragen wird.

Kann man sich über Produkte aus China oder über Bargeld anstecken?

In beiden Fällen ein klares Nein.

Kann mein Haustier das Corona-Virus übertragen?

Die Weltgesundheitsorganisation schreibt, dass es dafür keine Belege gibt. Sie rät aber grundsätzlich dazu, sich die Hände zu waschen nachdem man ein Haustier berührt hat.

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