Darf der das?

M. aus Wermelskirchen hat einen Firmenwagen, der einem Polizeiauto recht ähnlich sieht. Dieser Umstand nutzt ihm, wenn er in seiner Stadt nach dem Rechten sieht.

© Polizei RBK

M. hat schon mal als Statist Polizisten bei "Cobra 11" gespielt. In seiner Vergangenheit hat er außerdem bei einem Sicherheitsdienst gearbeitet. Und er hat ein Empfinden für das, was Recht ist, und was Unrecht.

Deshalb kommt es ihm gelegen, dass sein Firmenwagen wie ein Polizeiauto aufgemacht ist. Er kleidet sich auch gerne mal so, dass es nach Uniform aussieht. Er spricht in seiner Stadt Mitmenschen an, die vermeintlich oder tatsächlich Fehler machen: Verbotene Wege nutzen. Hund im heißen Auto lassen. Unfug mit Einkaufswagen machen.

"Ich finde es gibt nichts Dämlicheres, als mit Scheuklappen durch die Gegend zu gehen"

... sagt M. Die Polizei hier bei uns im Bergischen habe viel zu große Gebiete und Anfahrtswege. "Wenn man da nicht eingreift, wird das irgendwann Überhand nehmen", so M.

Seine Mitmenschen reagieren irritiert: Sie halten ihn erst einmal für einen Polizisten, wegen der Kombination aus Kleidung, Auto und Auftreten.

Genau das ist das Problem, sagt Richard Barz von der Polizei in Bergisch Gladbach. Die Ähnlichkeit mit der Polizei - geschenkt. Legal ist es natürlich auch, Mitmenschen anzusprechen und ja, auch maßzuregeln. Aber die Kombination liegt gefährlich nah an Amtsanmaßung. Barz rät Betroffenen, M. sofort anzuzeigen.

Der wird sich davon aber kaum bremsen lassen. M. weiß: "Mein Ziel ist es, Schäden zu vermeiden und den Leuten in den Kopf zu setzen, man kann sich benehmen."

Anmerkung der Redaktion

In einer früheren Fassung dieses Artikels haben wir mit Genehmigung der Person M. Bilder seines Wagens verwendet. Diese Genehmigung hat er nach der Berichterstattung zurückgezogen. Nachträglich möchte er auch nicht mehr, dass sein Name oder der seiner Firma genannt wird. Der Firmenname war auf den von M. zur Verfügung gestellten Bildern zu sehen.

Weiterhin wurde in einer früheren Fassung gesagt: "Er spricht in seiner Stadt Mitmenschen an, die vermeintlich oder tatsächlich Fehler machen: Verbotene Wege nutzen. Hund nicht angeleint, wilden Müll entsorgt." Die Beispiele waren nicht vollständig korrekt und wurden entsprechend der Zitate des M. geändert. Die Zeile "Diesen Umstand nutzt er, um in seiner Stadt nach dem Rechten zu sehen." haben wir geändert in "Dieser Umstand nutzt ihm, um in seiner Stadt nach dem Rechten zu sehen.", da M. in einem Schreiben an uns betont: "Ich nutze garnichts (sic!) aus".

© Radio Berg
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