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Das Leben als Linkshänder
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Das Leben als Linkshänder

Über seinen Alltag als Linkshänder berichtet uns heute Volker Sailer.

Veröffentlicht: Montag, 07.03.2022 11:22

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Caesar, Goethe, Einstein und ich - wir sind Linkshänder. Also die drei sollen es jedenfalls gewesen sein, ich bin es noch heute. Damit haben sich die Gemeinsamkeiten wohl schon erschöpft. Aber es zeigt zumindest, dass die Linkshändigkeit, auch „Sinistralität“ genannt, im Leben kein Nachteil sein muss. Und doch ist sie im Alltag für mich manchmal schon ein wenig lästig. Wie schon früher in der Schule wische ich noch heute immer mal wieder beim Schreiben mit der Hand über das frisch Geschriebene, sodass es dann nicht mehr lesbar ist. Deshalb schreibe ich diesen Text nun auch am Computer, obwohl der erwähnte Goethe das mit der Handschrift ja wohl irgendwie hinbekommen haben muss. Ein Problem, das der Meister damals nicht hatte, ist ein für mich immer wieder auftretendes Ärgernis: Rechts liegende Computer-Mäuse. Im Radio Berg-Studio muss ich mich entweder verrenken oder aufwendig Kabel umlegen.  Letzteres mache ich aber nur selten, weil es die Kollegen wohl ärgern würde. Außerdem gibt es dort sogar zwei Mäuse. Die beide rechts liegen. Der Umbau ist kompliziert. Immerhin befinden sich der Regler für das Mikrofon und das Telefon auf der linken Seite und ich komme einigermaßen klar. Trotzdem werde ich in der nächsten Redaktionskonferenz mal vorschlagen, dass wir uns den Stamm der Guugu Yimidhirr in Australien zum Vorbild nehmen, der angeblich gar kein links und rechts kennt. Man orientiert sich stattdessen an den Himmelsrichtungen. Also liebe Redaktion: Lasst doch bitte in Zukunft die Maus ein wenig weiter westlich liegen. Würde mir helfen. Danke!

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