
Habt Ihr gerade auch einige Fliegen bei euch zuhause herumschwirren, oder hätte ich das verwesende Opossum hinter meinem Kühlschrank besser doch wegwischen sollen? - Ich kann nicht wirklich sagen, wieso sie da sind, aber ich habe gerade zwei schwerst penetrante Fliegen bei mir in der Bude, die mich tagtäglich bei meinem Post-Frühschicht-Zwangsmittagsschlaf stören. Ich nenne sie „Jürgen Fliege“ und „Marty McFly“, und sie haben diese unglaubliche Fliegen-Eigenschaft, selbst bei komplett geöffneter Balkontür und Fensterfront niemals den Ausgang zu finden – aber kaum gucken nur zwei Zentimeter Stirn in einem großen Wohnzimmer unter einer Decke hervor - zack, da sind sie. Ständig setzen sie sich auf mein Gesicht, die Fliegen. Ich habe mich dann ein bisschen gesorgt, ob ich nicht selber das Ouevre „Opossum an Kühlschrank“ versprühe, und ein wenig recherchiert. Ergebnis: Egal, ob Du ganz frisch geduscht bist, oder riechst wie die Sport-Umkleide der Jahrgangsstufe 8 – die Fliege riecht und findet dich. Denn für sie bist Du ein menschgewordenes duftendes China-Buffet. „Mmmhhh, einmal die Hautschuppen süß sauer, und zum Trinken ein Glas mineralienhaltigen Schweiß bitte.“ Da reibt die Fliege sich schon beim bloßen Gedanken wieder gierig ihre Vorderfüßchen, als wäre sie der Mr. Burns des Insektenreichs. Ich habe bisher immer versucht, mit allen Mitteln zu vermeiden, einer Fliege etwas zu leide zu tun. Aber ich möchte nicht länger, dass man ungefragt von mir nascht. Also habe ich mir jetzt eine Fliegenklatsche gekauft – bei einer Verkäuferin, die mich darauf hinwies, dass eine Fliege, die so sehr meine Nähe suche, ja auch ein verstorbener Verwandter sein könnte. Das Risiko gehe ich ein. Aber nur für den Fall sage ich schon mal: Sorry, Oma.