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Den Garten an den Klimawandel anpassen
© Gärtner von Eden
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Den Garten an den Klimawandel anpassen

Große Hitze, heftige Stürme, starke Regenfälle: Immer mehr Menschen bei uns im Bergischen wollen ihren Garten an den Klimawandel anpassen. Hier gibt es einig Tipps vom Experten:

Veröffentlicht: Montag, 13.06.2022 13:43

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Egal ob viel zu viel Niederschlag in kurzer Zeit oder lange Hitzephasen: Viele Gartenbesitzer im Bergischen haben in den letzten Jahren mit dem Klimawandel zu kämpfen, mussten ständig bewässern oder nach Starkregen alles neu pflanzen, was kaputt gegangen ist. Wenn sich unser Klima ändert, muss sich auch der Garten ändern, sagt Heiko Lüttge von Gartenplan Esken & Hindrichs aus Leichlingen und gibt Tipps:

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Tipp 1: Vorbereitet sein

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Die meisten Gärten sind weder auf das eine oder das andere Phänomen vorbereitet, das sollte man dringend ändern, sagt Heiko Lüttge:

"Beispiel Rasen: Er liebt eigentlich gleichmäßige Feuchtigkeit, kommt auch mal mit ein bisschen Trockenheit zurecht, darf aber weder ganz austrocknen noch dauerhaft im Nassen stehen“

Heiko Lüttge empfiehlt neben robusten Rasensorten etwas Gefälle im Rasen und abhängig von den Bodenverhältnissen eine gute Drainierung:

„Die sorgt dafür, dass überschüssige Feuchtigkeit schnell aus dem Wurzelbereich des Rasens abfließen kann und verhindert so schädliche Staunässe. Für Trockenperioden benötigen wir einen zweiten Baustein: eine automatisierte Bewässerung mit in die Rasenfläche integrierten Versenkregnern. Das ist eine einfache und zuverlässige Bewässerungsmöglichkeit.“
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Tipp 2: Gezielte Pflanzenauswahl

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Auch Stauden und Gräser haben mit Wetterextremen zu kämpfen. Viele der besonders beliebten Gräsersorten, zum Beispiel Chinaschilf oder Lampenputzergras, mögen es eher trocken, ihnen macht also vor allem der Starkregen zu schaffen. Wenn trockenheitsliebende Stauden, zum Beispiel Lavendel, Salbei oder Mexikonessel zu lange zu nass stehen, verkürzt das ihre Blütezeit und die Pflanze leidet. Aber in langanhaltenden Trockenperioden müssen auch die gewässert werden, denn auch noch so trockenheitsliebende Pflanzen sind nicht für wüstenartige Verhältnisse gemacht. Die richtige Balance ist wichtig! Achtet darauf, dass ihr standortgerecht pflanzt und auf die Bedingungen in eurem Garten Rücksicht nehmt. Pflanzenprofis wie Heiko Lüttge emphelen Arten und Sorten, die klimatisch Einiges aushalten:

"Esskastanie, Amber- oder Schnurbaum und Gleditschie dürften langfristig zu den Gewinnern der Wetterveränderungen gehören.“

Eher schwer hat es zum Beispiel die flachwurzelnde Birke in Zukunft, vor allem, wenn die Frühjahre weiterhin sehr trocken bleiben. Bei den Stauden gibt es auch unter den Klassikern durchaus solche, die mit Extremen gut zurechtkommen wie zum Beispiel Storchschnabel, Sedum, Perlkörbchen, Aster und Wolfsmilch.

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Tipp 3: Schädlinge und Pflanzenkrankheiten

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Eine weitere Folge der Wetterextreme ist ein zunehmender Pilz- und Schädlingsbefall: Viel Feuchtigkeit begünstigt die Vermehrung von Pilzsporen, so dass Krankheiten wie Boden- und Blattpilze auf dem Vormarsch sind, aber auch die kürzer werdenden Kälteperioden tragen dazu bei: Es bleibt mehr Zeit, in denen Schädlinge und Sporen sich vermehren können. Deshalb auf weniger anfällige Sorten setzen.

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Tipp 4: Wasser sparen

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Wasser sparen wirkt sich gut auf die Natur und euren Garten aus, sagt Heiko Lüttge:

"Je weniger kostbares Trinkwasser ich verwende, desto besser ist es für die Natur, weil es gar nicht erst aufbereitet werden muss. Dann kann ich lieber gucken, das ich mein Dachwasser nutze. Dann könnte ich eine Dachbegrünung auf meine Flachdächer aufbringen, damit ein verzögerter Abfluss da ist. Da wiederum kann ich dann im Garten eine Zisterne nach schalten, ich spare dadurch Leitungswasser ein."

Eine Zisterne ist ein Sammelbehälter für Trink- und Nutzwasser, sie wird klassischerweise unterirdisch eingebaut.

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