
Dreimal Erlen in Wipperfürth
Die Stadt Wipperfürth hat ein Problem: drei Straßen tragen seit Jahren den selben Namen "Erlen". Es gibt sie an der L286 Richtung Kürten, in Kreuzberg und in Wipperfeld, das führt häufig zu Verwechslungen. Einige Anwohner haben einen Antrag auf Umbenennung an die Stadtverwaltung gestellt, dem wurde zugestimmt. Voraussichtlich hat Wipperfürth im Frühjahr statt drei Erlen dann nur noch zwei Erlen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 27.01.2022 11:26
In Zeiten von Navigationsgeräten kommt man eigentlich immer ans Ziel: einfach die Adresse eingeben und schon ist man da.
Schwierig wird es, wenn es die gesuchte Straße in einem Ort gleich dreimal gibt. Und das ist bei uns im Bergischen keine Seltenheit. So auch in Wipperfürth, da gibt es den Namen "Erlen" in Kreuzberg, in Wipperfeld und auch an der L286 Richtung Kürten. Dazu kam es durch die Gebietsreform 1975, erzählt uns Tanja Reinhold von der Stadt Wipperfürth:
Damals ist das Wipperfelder Erlen aus der Gemeinde Kürten dazu gekommen und das Kreuzberger Erlen aus der Gemeinde Klüppelberg. Das jetzt umbenannte Erlen ist also eigentlich das Original.
Immer wieder kam es aber sowohl im Original als auch in den anderen Erlen in der Vergangenheit bei Anwohnern zu Verwechslungen. Bei Werner Boxberg aus dem Erlen an der L286 stand eines Morgens plötzlich der Rettungsdienst an der Haustür, dabei war Werner kerngesund. Ein anderer Patient brauchte die Hilfe, aber in dem Erlen in Kreuzberg. Für Werner war der Vorfall ein absoluter Albtraum:
Ich hab denen dann den Weg zurück beschrieben, bis sie da den guten Mann abholen und vielleicht retten konnten. Und dafür haben die dann eine Stunde gebraucht, das war für mich das Schlimmste. Das hätte umgekehrt ja genauso passieren können.
Auch Pakete von der Post kommen oft im falschen Erlen an, erzählt Thomas Eicker aus dem Kreuzberger Erlen. Thomas musste selbst schon öfter nochmal ins Auto steigen und mehrere Kilometer weit fahren, bis er seine Bestellung in den Händen hielt:
Wir sehen zwar die Zustell-Benachrichtigung, haben aber kein Paket erhalten. Ein Anruf beim anderen Erlen klärt das dann auf und wir holen es dort ab. Leider sind das so 15 bis 18 Kilometer Fahrstrecke. Dann werden ein paar Worte an der Haustüre gewechselt und alles ist gut, aber das kann schon ein bisschen nervig und zeitaufwendig sein.
Doch die Verwechslungen sollen jetzt ein Ende haben. Damit es in Zukunft alle ein bisschen einfacher haben, soll das Erlen an der L 286 Richtung Kürten im Frühjahr in Ober, Mittel- und Untererlen umbenannt werden. Dafür haben die Anwohner einen Antrag an die Stadt gestellt, der inzwischen vom Rat genehmigt wurde. In den nächsten Wochen bekommen die Anwohner von der Stadt einen Brief, indem sie offiziell über die Umbenennung informiert werden. Innerhalb von vier Wochen könnten sie noch Einspruch einlegen. Erst danach werden die neuen Schilder bestellt. Die zahlt dann die Stadt, die Kosten für die Änderung aller Dokumente, wie zum Beispiel Ausweise müssen die Anwohner selbst zahlen.
Bleibt noch die Frage, was mit den anderen beiden Erlen in Kreuzberg und Wipperfeld passiert. Die haben sich noch nicht gemeldet, heißt es von Seiten der Stadt. Da bleibt also vorerst noch Potenzial für Verwechslungen.