Drohnen: Fluch oder Segen?

Immer mehr Menschen können sich eine Drohne leisten. Deshalb fliegen immer mehr davon - und immer mehr Menschen sind genervt.

© Coptertec

Dabei ist das Drohnenfliegen ein sehr schönes Hobby: Wunderbare Landschaftsaufnahmen sind mit Kamera-Drohnen möglich. Und genau das stört manche Menschen. Sie fühlen sich beobachtet und sind verunsichert.

Wie viel Drohne ist schön und ab wann wird es zu viel?

Das ist klar gesetzlich geregelt. Dazu weiter unten mehr. Erst einmal zu einem Problem, das lange bevor sich der Erste aufregen könnte, auftritt: Die Steuerung der Drohnen durch Anfänger. Fabian Briese (Foto oben) repariert in seiner Firma Coptertec in Kürten um die 800-900 Drohnen im Jahr. "Das sind sehr häufig Drohnen von Leuten, die sich selbst überschätzt haben", sagt Briese, "zum größten Teil sind die Unfälle selbstverschuldet - dass Leute beispielsweise die Drohne viel zu weit wegfliegen lassen, den Sichtkontakt verlieren und dann nicht wissen, dass da ein Baum ist." Briese berichtet auch von zahlreichen Abstürzen im Meer: Die Piloten bedenken bei der kurzen Akkulaufzeit (15min) nicht, dass die zweite Akkuhälfte bei ablandigem Wind für die Rückkehr zum Strand nicht mehr ausreicht.


Drohnenbilder von Fabian Briese

Carsten rettet mit seiner Drohne Rehkitze

Eine unumstritten schöne Nutzung von Drohnen ist die, die Carsten Enneper aus Radevormwald praktiziert. Der technikbegeisterte Landwirt hat eine Wärmebildkamera an seiner Drohne angebracht und sucht damit nach Rehkitzen im Gras, bevor er die Weide mäht. "95 Prozent der Kitze finde ich", sagt er, "wenn man dann Erfolg hat, das ist schon sehr emotional und begeistert auch."

Bilder von Carsten Enneper

Die Rechtslage

Was geht, und was nicht geht, regelt die Drohnenverordnung. Ihr findet sie in Kurzform hier.

Wo Drohnen unter anderem verboten sind

  • über Flughäfen
  • über Menschenmengen
  • über Krankenhäusern
  • über Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften
  • über Gefängnissen, Bundeswehr-Kasernen, Polizeistationen und Behörden 
  • über Kraftwerken und Windrädern
  • über Stromleitungen
  • über Bundesstraßen und Autobahnen, über Bundeswasserstraßen (z.B. über dem Rhein)
  • über Industrieanlagen
  • über Naturschutzgebieten
  • über Wohnhäusern bzw fremden Grundstücken

Das Fliegen einer Drohne über Wohngebieten ist verboten, wenn eines der folgenden Kriterien gegeben ist:

  • Die Drohne hat ein Gewicht von min. 250 Gramm
  • Die Drohne verfügt über eine Kamera oder Wärmebildkamera oder ist in der Lage, akustische Signale aufzunehmen oder zu versenden
  • Die Drohne wird per Funksignal gesteuert und übermittelt FPV-Bilder
  • Der Eigentümer oder Mieter des betroffenen Grundstücks hat dem Fliegen der Drohne nicht ausdrücklich zugestimmt.

Man könnte sagen: Wenn die Drohne weniger als 250 Gramm wiegt und weder Bilder, noch Filme oder Audioaufnahmen machen kann, darf sie fliegen.

Selbstjustiz besser nicht

Wenn eine Drohne das eigene Grundstück überfliegt, darf man sie nicht abschießen! Das sagen wir an dieser Stelle deshalb so deutlich, weil in Sozialen Medien anderslautende Gerüchte kursieren. Das hat damit zu tun, dass einmal ein Gericht entschieden hat, der Abschuss einer Drohne sei in Ordnung gewesen. Die Entscheidung hatte aber mehrere spezielle Hintergründe, aus denen man keine Allgemeingültigkeit schließen sollte.

Auch mit Waffenschein darf man nicht einfach durch die Gegend schießen. Wenn eine abgeschossene Drohne jemanden erschlägt oder Sachschaden anrichtet, ist man dafür verantwortlich. Obendrein kommt es zu Problemen, wenn sich herausstellt, dass die Drohne ohne Kamera und unter 250gr schwer war.

In Radevormwald hat im Februar eine Frau eine tieffliegende Drohne über einem Privatgrundstück gefangen. Das ist harmlos und sollte gehen - wenn man die Drohne dabei nicht beschädigt.

© Radio Berg

Am Donnerstag berichtet u.a. Youtuber Frank von seinem Anfänger-Erlebnis mit seiner Drohne, die im Baum landete und dort ganze drei Monate hängen blieb, bis Frank endlich eine Idee kam, wie er sie aus dem Baum bekommen könnte. Verrückt: Die funktioniert danach weiterhin!

© Radio Berg

Weitere Meldungen