
Ermittlungen nach Gülle-Unglück an der Neye
Nach dem Gülle-Unglück vom Wochenende an der Neyetalsperre ermitteln jetzt die Staatsanwaltschaft und die Oberbergische Polizei. Mehrere hunderttausend Liter Gülle hatten einen Nebenarm der Neye sowie die Talsperre selbst kontaminiert – schon wieder.
Veröffentlicht: Dienstag, 10.09.2024 04:25
Wieder sind viele Tiere verendet. Die Spur führt zum selben Hof in Halver-Kotten, der für den Gülle-Gau 2015 verantwortlich war. Damals waren 1,7 Millionen Liter Gülle in die Neye gelaufen und es kam zu einer riesigen Umwelt-Katastrophe.
Vor Ort hat der Starkregen Mitte letzter Woche sichtbare Spuren der Zerstörung hinterlassen. Die große Weide direkt am Hof ist matschig und zertrampelt, rund um die Sammelstelle für die 300 Milchkühe hatte sich ein Matsch-See gebildet, noch immer sichtbare Schlammspuren führen von der Weide über den Hof in Richtung Neyetal.
Der Landwirt beteuert seine Unschuld und sagt, der Starkregen habe die Gülle von den hochgelegenen Weiden in die Neye gespült. Damit das nicht noch mal passiert, müsse jetzt dringend etwas im Bereich Wasserschutz passieren. Ob seine Version glaubwürdig ist, prüft jetzt die Polizei im Oberbergischen. Auch weitere Wasserproben werden genommen, um die Wasserqualität zu sichern.
Die Trinkwasser-Versorgung ist weiterhin nicht gefährdet.
Am Samstagabend gegen 19 Uhr war das neue Gülle-Unglück beim Oberbergischen Kreis gemeldet worden. Um die 500.000 Liter Gülle sind von dem landwirtschaftlichen Betrieb in Halver-Kotten in den Nebenarm der Neye gelangt. Die untere Wasserbehörde des Märkischen Kreises hatte festgestellt, dass dort ein Regenrückhaltebecken nicht mehr funktioniert hatte.
Im März 2015 waren vom Hof des Landwirts bereits 1,7 Millionen Liter Gülle Richtung Neyetalsperre geflossen und haben für ein massives Fischsterben und eine starke Verunreinigung der Talsperre gesorgt.