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Erster Prozesstag nach tödlichem Unfall durch Lärmschutzwand auf der A3
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Erster Prozesstag nach tödlichem Unfall durch Lärmschutzwand auf der A3

Totschlag durch Unterlassen, fahrlässige Tötung und schwere Baugefährdung. Es sind schwere Vorwürfe, für die sich seit heute drei Männer vor dem Kölner Landgericht verantworten müssen.

Veröffentlicht: Dienstag, 13.08.2024 12:50

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Es geht um die vor vier Jahren eingestürzte Lärmschutzwand auf der A3. Dabei wurde eine Frau getötet. Die Staatsanwaltschaft sagt, das hätte verhindert werden können, wenn die drei angeklagten Ingenieure richtig gearbeitet hätten. Anwalt Claude-Hendrik Husemann vertritt die Angehörigen des Opfers. Es sei ein wichtiger Tag für alle, so Husemann:

"Es ist gut und auch wirklich an der Zeit, dass jetzt die strafrechtliche Aufarbeitung stattfindet und eben auch die persönliche Verantwortlichkeit der Angeklagten in diesem Verfahren geklärt wird. Durch die Eröffnung des Hauptverfahrens hat das Gericht auch zu erkennen gegeben, dass es bezüglich der von der Staatsanwaltschaft angeklagten Taten einen hinreichenden Tatverdacht sieht. Alles Weitere wird das Verfahren dann zeigen."

Zwei der Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück, sie seien nicht zuständig gewesen. Der dritte Angeklagte schweigt. Laut Anklage sollen sie davon gewusst haben, dass die Betonplatte anders als geplant montiert wurde und später auch nicht auf ein warnendes Gutachten das zu ändern reagiert haben. Verteidigerin Kerstin Stirner weist das zurück:

"Die Staatsanwaltschaft legt unserem Mandanten zur Last, durch Untätigkeit vorsätzlich den Tod von Menschen in Kauf genommen zu haben - dieser Vorwurf ist haltlos. Er basiert auf der unbelegten Vermutung, dass unser Mandant ein statisches Gutachten gesehen und unterschlagen haben soll, anstatt die darin enthaltenen Empfehlungen umzusetzen."

Fakt sei, so die Verteidigerin, dass es keinen Nachweis gäbe, dass ihr Mandant diese Berechnung je gesehen habe. In dem Prozess sind bis Dezember mehr als 20 Verhandlungstage am Kölner Landgericht angesetzt.

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