
Erzbistum: 300.000 Euro Schmerzensgeld für Missbrauchsopfer
Es ist eine wegweisende Gerichtsentscheidung: Das katholische Erzbistum in Köln soll einem Missbrauchs-Betroffenen 300.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Das hat das Kölner Landgericht in einer mündlichen Verhandlung entschieden. Es ist das erste Urteil mit einer solch außergewöhnlichen Summe und könnte Signalwirkung für ähnliche Fälle haben, sagen Experten.
Veröffentlicht: Mittwoch, 14.06.2023 04:12
In dem aktuellen Fall ging es um einen ehemaligen Messdiener, der mehr als 300 Mal von einem inzwischen verstorbenen Priester vergewaltigt und auf andere Weise sexuell missbraucht worden war. Der heute 62-Jährige hatte 750.000 Euro Schmerzensgeld gefordert, bezeichnete die Gerichtsentscheidung im Nachgang aber trotzdem als Meilenstein für die Betroffenen. Das Kölner Erzbistum teilte mit, dass es institutionelle Mitverantwortung für das erlittenen Unrecht und Leid übernehme.