
Festnahmen-Serie im Missbrauchsfall geht weiter
Die Zahl der Festnahmen im Zusammenhang mit dem Missbrauchsnetzwerk, das nach Durchsuchungen in Bergisch Gladbach aufgedeckt wurde, steigt immer weiter: Neben einem weiteren Bergisch Gladbacher ist am Mittwoch auch ein 38-jähriger in Sachsen-Anhalt festgenommen worden.
Veröffentlicht: Mittwoch, 20.11.2019 13:51
Nach Polizeiangaben soll er ein Mädchen aus seinem unmittelbaren Umfeld missbraucht haben. Die Kölner Ermittler hatten den Mann am Dienstagabend bei der Auswertung von Chats identifiziert und daraufhin die zuständige Polizei informiert.
Laut Einsatzleiter war Eile geboten, um die andauernde Gefahr für das Mädchen abzuwehren. Daher sollten die Beweismittel per Hubschrauber nach Magdeburg gebracht werden. Da die Sicht aber zu schlecht war, wurde die entsprechende Festplatte von Beamten dorthin gefahren.
Fast zeitgleich war am frühen Mittwochmorgen ein weiterer Bergisch Gladbacher festgenommen worden und in Untersuchungshaft gekommen. Der 32-jährige steht im Verdacht, zwei Kinder im Alter von zwei und sechs Jahren sexuell missbraucht zu haben. Außerdem soll er kinderpornografisches Material besessen und verbreitet haben. Die Ermittler hatten den Tatverdächtigen ebenfalls durch die Auswertung von Chats identifizieren können.
Der Festgenommen macht von seinem Schweigerecht Gebrauch und hat einen Anwalt eingeschaltet. Die Wohnung des Bergisch Gladbachers ist durchsucht worden - die ersten sichergestellten Datenträger werden bereits ausgewertet.
Insgesamt hat es im Zusammenhang mit dem Missbrauchsnetzwerk damit bundesweit bereits elf Festnahmen gegeben. In NRW gibt es zurzeit 14 Beschuldigte, acht von ihnen sitzen in Untersuchungshaft.
Die Ermittler gehen von zahlreichen weiteren Tätern und Opfern aus: Nach Angaben aus Sicherheitskreisen konnten bundesweit bisher 20 Opfer und 23 Tatverdächtige identifiziert werden. Demnach gibt es in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg weitere Verdächtige - in Hessen, Berlin und Rheinland-Pfalz Tatverdächtige und Opfer.
Die Männer sollen ihre Kinder oder Stiefkinder sexuell missbraucht haben. Fotos und Videos ihrer Taten sollen sie dann in Chat-Gruppen mit bis zu 1.800 Mitgliedern verbreitet haben.