
Geldautomatensprengungen: "Handeln bevor es Tote gibt"
Auch im Bergischen nehmen die Fälle von Geldautomatensprengungen immer mehr zu - Innenminister Reul setzt jetzt eine Sonderkomission ein, um die Sprengungen gezielt zu bekämpfen. Das hat Reul am Mittwoch bekannt gegeben.
Veröffentlicht: Mittwoch, 04.05.2022 13:35
Die Soko BEGAS (Bekämpfung und Ermittlung von Geldausgabeautomaten-Sprengung) ermittelt nicht selbst, sondern soll die bisherigen Ansätze analysieren und damit neue Standards setzen. Erste Erkenntnisse: Am Tatort sollen künftig Spezialisten bei der Spurensuche und -sicherung ran. Außerdem sollen alle Experten auch international enger zusammenarbeiten - auch mit den Banken soll der Kontakt intensiviert werden.
"Ich will handeln bevor es Tote gibt, mit der Soko BEGAS zünden wir jetzt den Turbo", sagt Innenminister Reul. Denn die Brutalität der Täter nehme immer mehr zu. Sie nutzen extrem gefährliche Sprengsätze und gefährden auch bei waghalsigen Fluchtfahrten Menschenleben, heißt es aus dem Innenministerium.
Bei uns im Bergischen sind unter anderem in Kürten, Leichlingen und Wermelskirchen Geldautomaten gesprengt worden - zuletzt in Engelskirchen. Zum Teil wurden die Gebäude stark beschädigt.
Im letzten Jahr hat es bei uns in NRW 152 Geldautomatensprengungen gegeben, in den letzten vier Monaten bereits 73 Sprengungen. Die Zahl der Geldautomatensprengungen hat sich gegenüber dem Vergleichszeitraum verdreifacht, sagt das Innenministerium.