
Ende letzten Jahres bin ich über meine eigenen Grenzen gegangen. Ich war im Urlaub und habe eine mehrstündige Höhlentour gemacht. Das Problem ist, ich musste mich zuerst 100 Meter in die Tiefe abseilen und ich habe Höhenangst. Mein kompletter Körper schrie „NEIN!“, als ich auf der Gitterplattform stand und unter mir ein tiefer Höhlenschlund, dessen Boden ich nicht sehen konnte. Gerüchteweise liefen mir auch ein paar Tränen über die Wangen.
Nach gutem Zureden und dem Versprechen, dass in der Höhle ein Blaubeermuffin auf mich warten würde, habe ich mich dann in meinen Gurt gehangen und mich abgeseilt. Vorbei an knatschgrünem Farn, der an den Höhlenwänden wächst, hinein in einen dichten Nebel, bis hinunter zur steinigen Höhle, durch die ein Fluss läuft. Dort hat mich dann tatsächlich ein Blaubeermuffin erwartet, aber auch Alfred der Aal, der etwas abhaben wollte.
Ich bin dann weiter durch die Höhle gewandert, gekrochen, geschwommen, gesprungen, getaucht. Vorbei an einigen Familienmitgliedern von Alfred, einigen viel zu großen Spinnen und abermillionen von Glühwürmchen. Es war beeindruckend. Erst im Nachhinein habe ich erfahren, dass diese Tour auch Tom Cruise gemacht hat. Im Gegensatz zu mir ist er es aber gewöhnt, sich in irgendwelche geheimen Tresorräume abzuseilen. Es war zugleich die anstrengenste, schönste und lehrreichste Erfahrung meiner Reise. Nur weil ich meine eigenen Grenzen überwunden habe, konnte ich ein unglaubliches Stück Natur sehen und bin über mich hinausgewachsen.
Deshalb, mein Tipp für 2019: Traut euch was! Es lohnt sich!