
Gülle-Gau: Keine Entwarnung nach Messungen
„Die aktuellen Messwerte geben keinen Anlass zur Entwarnung.“ Das sagen der Wupperverband und der Remscheider Energieversorger EWR als Eigentümer nach dem erneuten Gülle-Gau in einem Zulauf zur Neyetalsperre bei Wipperfürth. Die Messergebnisse nach dem Vorfall in der ersten Septemberwoche liegen nun vor und bereiten den Verantwortlichen Sorge.
Veröffentlicht: Freitag, 20.09.2024 11:03
Die beteiligten Experten können Stand jetzt keine Entwarnung für die Trinkwasser-Talsperre aussprechen. Dafür sei es noch zu früh. Die schädlichen Auswirkungen werden sich wohl erst im kommenden Jahr deutlicher zeigen – es wird mit einer verstärkten Eintrübung und Algenentwicklung und einem erhöhten Blaualgen-Risiko gerechnet. Das Problem dieses Mal: Jetzt im Herbst vermischen sich die Wasserschichten und damit wird auch die Gülle verteilt.
Durch den Vorfall ist es im betroffenen Zulauf der Neye schon zu einem Fisch-Sterben gekommen. Am Freitag sind weitere Proben entnommen worden, die zeigen sollen, wie es um die immens wichtigen Kleinstlebewesen dort steht. Die Auswertung ist für kommende Woche geplant. Wie viel Gülle dieses Mal in die Talsperre gelangt ist, kann nur geschätzt werden. Insgesamt sind mehrere 100.000 Liter Gülle von einem Hof in Halver-Kotten in den Neye-Zulauf gelangt.
Es ist nicht der erste Vorfall im Zusammenhang mit diesem landwirtschaftlichen Betrieb: Im März 2015 waren schon einmal 1,7 Millionen Liter Gülle in die Neyetalsperre geraten und hatten zur größten Umweltkatastrophe der oberbergischen Nachkriegszeit geführt. Die komplette Pressemitteilung zum Thema findet ihr hier.