
Handball: VfL-Blamage in Anhalt
Tabellenführer VfL Gummersbach hat am 30. Spieltag der 2. Bundesliga nach einer schwachen, nicht aufstiegsreifen Vorstellung beim abstiegsbedrohten Dessau/Roßlauer HV völlig verdient mit 32:33 die sechste Saison-Niederlage kassiert.
Veröffentlicht: Montag, 25.04.2022 19:01
Nach zuletzt neun Siegen in Folge war die Mannschafts-Leistung diesmal insgesamt enttäuschend und nicht aufstiegsreif. Vor 900 Zuschauern in der Dessauer Anhalt-Arena erzielte der VfL in Halbzeit eins zwar 20 Tore, wirkte aber trotzdem nie souverän. In Minute 44 führte Gummersbach noch mit fünf Toren, verlor dann aber völlig den Faden und schaffte in den letzten 16 Minuten nur noch ganze drei mal den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen. So drehte der DRHV die Partie noch ebenso überraschend wie sensationell und behielt die beiden Punkte in Sachsen-Anhalt.
Beide Angriffsreihen starteten schwungvoll in die Partie, in der die Gummersbacher zunächst durch Julian Köster mit 2:1 in Führung gingen (3. Minute), ehe die Gastgeber nachlegten und den VfL in Minute sieben mit 3:5 in Rückstand brachten. Erst langsam zogen die Gäste das Tempo an und kamen in der elften Minute durch Keeper Tibor Ivanišević nach vorangegangener Parade zum 6:6-Ausgleich. Dessau blieb jedoch weiterhin bissig und legte vor, woraufhin die Oberbergischen immer wieder reagieren mussten (11:11, 20. Minute).
In Person von Lukas Blohme netzte der VfL in der 22. Minute zum 12:11 ein und übernahm damit erstmals seit der dritten Minute wieder die Führung. Eine Minute später erhöhte Janko Božović von der Sieben-Meter-Linie auf zwei Treffer Differenz (14:12). Dem Sigurdsson-Team gelang es in dieser Phase die Spielkontrolle zu übernehmen und offensiv eine höhere Treffsicherheit an den Tag zu legen. Zudem hatte die Gummersbacher Defensive das zwischenzeitliche Spiel der Dessauer mit dem siebten Feldspieler gut im Griff. In der 29. Minute erhöhte Božović den Vorsprung seiner Mannschaft zum ersten Mal auf vier Treffer zum 19:15. Mit demselben Abstand ging es für die beiden Kontrahenten eine Minute später auch in die Halbzeitpause (20:16).
Nach der Pause ging es mit abwechselnden Toren auf beiden Seiten weiter. Über das 22:18 durch Božović (32. Minute) und das 25:21 durch Köster (36. Minute) hielten die Gummersbacher den Abstand bei vier Treffern. Statt im Anschluss per Siebenmeter auf fünf Treffer zu erhöhen, mussten die Oberbergischen nach Fehlwurf von Božović (37. Minute) zwei Tore hinnehmen, ehe der eingewechselte Martin Nagy sogar einen möglichen Anschlusstreffer verhinderte (25:23, 40. Minute). Auf die folgerichtige Auszeit von Sigurdsson schlossen sich drei Tore durch Köster und Blohme sowie Kapitän Timm Schneider an, so dass der Spielstand in der 43. Minute auf 28:23 kletterte.
Erneut gelang es den Gästen jedoch nicht die spielerische Überlegenheit konstant auf der Anzeigetafel zu manifestieren. Stattdessen tat sich der VfL weiter schwer, und musste einen 0:4-Lauf hinnehmen. In Minute 47 war Dessau auf ein Tor dran. (29:28). Auf der Gegenseite bissen sich die Oberbergischen an DRHV-Torhüter Philip Ambrosius die Zähne aus und mussten nach weiteren drei Gegentreffern in Folge den ersten Rückstand im zweiten Durchgang hinnehmen (30:31, 55. Minute). Zwei Chancen auf den Ausgleich für den VfL vereitelte erneut Ambrosius, ehe die Dessauer ihrerseits nachlegten (30:32, 57. Minute). Auf die Disqualifikation von Yannick-Marcos Pust vom DRHV nach drei Zeitstrafen folgte der Anschluss-Treffer durch Julius Fanger zum 32:33. Die Möglichkeit zum Ausgleich vergaben die Gummersbacher aber hektisch, konzeptlos und leichtfertig in den letzten zehn Sekunden, ohne dabei überhaupt zum Abschluss zu kommen.
In der Tabelle bleibt der VfL acht Spieltage vor Saison-Ende erster mit 48:12 Punkte, noch sieben Minus-Punkte vor Platz drei. Sonntag empfängt der VfL um 16 Uhr die zweitplatzierte HSG Nordhorn in der Schwalbe-Arena.
Torschützen: Köster 7, Blohme 7/2, Bozovic 6/6, Vidarsson 3, Fanger 3, Schneider 2, Pregler 1, Zeman 1, Dzialakiewicz 1, Ivanisevic 1