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Handball: VfL feiert letztes Heimspiel
© Isa Peters
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Handball: VfL feiert letztes Heimspiel

Der VfL Gummersbach hat in seinem letzten Bundesliga-Heimspiel vor zum zwölften mal ausverkaufter Schwalbe-Arena nochmal ein Handball-Fest gefeiert. Gegen Frisch Auf Göppingen holte der VfL mit 35:32 seinen zehnten Heimsieg.

Veröffentlicht: Donnerstag, 08.06.2023 19:17

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Der VfL Gummersbach sein letztes Heimspiel der Saison 2022/23 erfolgreich bestritten. Die Mannschaft von Chefcoach Gudjon Valur Sigurdsson, der nach der Partie zum Trainer des Jahres der Bundesliga gekürt worden ist, gewann am 33. Spieltag in einem hart umkämpften Match mit 35:32 (16:15)-Sieg gegen Frisch Auf Göppingen. 4.132 Besucher in der zum zwölften Mal in dieser Spielzeit restlos ausverkauften Schwalbe-Arena sahen einen schwachen Beginn der Heim-Mannschaft, die erst im Laufe der ersten Halbzeit Fahrt aufnahm und in Durchgang zwei auftrumpfte, ehe es noch einmal eng wurde. Ein starker Endspurt reichte schließlich zum 15. Saisonsieg der Oberbergischen in der laufenden Spielzeit.

In der Anfangsphase kamen die Gastgeber kaum in Tritt und überließen den Gästen die Spielkontrolle. Auf den ersten Treffer des Spiels durch VfL-Kapitän Julian Köster (1. Minute, 1:0) folgten drei Göppinger Tore hintereinander (1:3). Beim Stand von 2:6 nahm Sigurdsson bereits in Minute sechs von seiner ersten Auszeit Gebrauch, die zunächst unmittelbar ihre Wirkung zeigen sollte, als Tibor Ivanišević zwei Paraden für die Blau-Weißen verzeichnen konnte und vorne Dominik Mappes und Tilen Kodrin für den 4:6-Anschluss sorgten (9. Minute). In einer hektischen Spielphase waren es jedoch weiterhin die Gäste, die den kühleren Kopf bewahrten. So parierte Göppingens Schlussmann und VfL-Neuzugang zur kommenden Saison Daniel Rebmann in Minute 13 beim Stand von 5:9 bereits den zweiten Strafwurf der Oberbergischen.

Über eine mit der Zeit deutlich aggressivere Abwehr kämpften sich die Hausherren zurück ins Spiel. Verpassten die Gummersbacher nach dem 8:10 durch Lukas Blohme (16. Minute) und einer überragenden Parade von Ivanišević eine Minute später noch den Anschlusstreffer, machten sie es in Minute 19 besser, als Kodrin für den VfL auf 10:11 aufschloss. Der Bundesligaaufsteiger nahm den Schwung mit in die Endphase des ersten Durchgangs und erzielte in Person von Tom Jansen in der 23. Minute den 12:12-Ausgleich. Insbesondere das blau-weiße Torduo der kommenden Saison Ivanišević und Rebmann stand immer wieder im Fokus der Partie und entschärfte einen freistehenden Ball nach dem anderen. Wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff trumpfte schließlich noch Blohme auf, der 14 Sekunden vor der Pausensirene zunächst wieder pari stellte und nach schnellem Ballgewinn in der letzten Sekunde der ersten Halbzeit gar die 16:15-Führung erzielte.

Mit dem zurückgekehrten Selbstbewusstsein im Rücken zeigten die Gummersbacher zu Beginn der zweiten Hälfte auch in der Offensive eine deutlich präsentere Körpersprache als zuvor. Vier Treffer in Folge – das letzte durch Keeper Ivanišević ins leere Göppinger Tor – brachten die Oberbergischen mit 20:16 in Front (33. Minute). Das Sigurdsson-Team spielte nun wie aus einem Guss und erhöhte seinen Vorsprung in der 38. Minute auf fünf Treffer (24:19, 38. Minute), ehe sich aus dem Nichts das Blatt wendete und sich bei den Gastgebern Fehler um Fehler einschlichen. Diese mündeten in einen 0:6-Lauf, der Frisch Auf zurück ins Spiel brachte (24:25, 44. Minute).

Abwechselnde Tore auf beiden Seiten läuteten eine spannende Schlussphase ein, in der Mappes per Siebenmeter den Spielstand wieder pro VfL drehte (29:28, 49. Minute). Unter der lautstarken Unterstützung des Publikums legte Ivanišević mit seiner Parade in der 54. Minute den Grundstein für die Zwei-Tore-Führung durch Blohme zum 31:29. Dennoch blieb es bis zum Ende ein Duell auf Messers Schneide, das erst in Minute 58 eine Vorentscheidung fand, als Fabian Norsten zwischen den Pfosten für die Blau-Weißen einen Strafwurf parierte und Blohme im Gegenstoß per Kempa-Tor zum 33:30 einnetzte. So ließen sich die Oberbergischen die beiden Punkte nicht mehr nehmen und besiegten Göppingen nach 60 Minuten mit 35:32.

In der Tabelle ist Gummersbach mit 32:34 Punkten zehnter. Kommenden Sonntag, 11. Juli, 15:30 Uhr ist der VfL zum Abschluss zu Gast beim feststehenden Absteiger GWD Minden.

Torschützen: Blohme 9, Kodrin 6, Köster 5, Mappes 5/3, Vidarsson 4, Jansen 2, Pregler 1, Kiesler 1, Zeman 1, Ivanisevic 1

Besondere Auszeichnung für Gudjon Valur Sigurdsson – der Cheftrainer des VfL Gummersbach wurde im Rahmen des letzten Heimspiels in der laufenden Spielzeit von der Handball-Bundesliga als „Trainer der Saison“ 2022/23 ausgezeichnet. Die Wahl erfolgte durch die Trainer und Geschäftsführer der 18 Vereine der Bundesliga. Nachdem Sigurdsson im vergangenen Jahr bereits zum „Trainer der Saison“ in der 2. Liga gewählt wurde, ist es eine absolute Besonderheit, dass dem Isländer diese Auszeichnung in zwei aufeinanderfolgenden Jahren ligaübergreifend zukommt.

VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler: „Aus meiner Sicht hat Goggi die Wahl zum Trainer des Jahres absolut berechtigt und verdient gewonnen. Nach derselben Wahl in der vergangenen Saison in der zweiten Liga ist das natürlich die nächste Superlative, über die wir uns als Verein sehr freuen. Denn zum einen ist es eine Bestätigung für die Arbeit von Goggi und seinem Trainerteam und zum anderen dafür, dass die Mannschaft auf dem Spielfeld ihre Leistung bringt. Das führt dazu, dass wir eine sehr positive und erfolgreiche Saison gespielt haben, unsere Halle voll hatten und auf einem super Tabellenplatz stehen. Die Hauptverantwortung dafür trägt am Ende der Trainer und ich freue mich auch persönlich sehr für ihn, weil ich weiß, wie viel Energie er in seine Arbeit steckt.“

Die Pressemitteilung der Handball-Bundesliga im Wortlaut:

Gudjon Valur Sigurdsson hat wieder einmal Handball-Geschichte geschrieben: Im Vorjahr hatte der Isländer in seiner erst zweiten Saison als Chefcoach den VfL Gummersbach zurück in die erste Liga geführt. Prompt wurde er zum „Trainer der Saison“ in der 2. Liga gewählt. Ein Jahr später bekommt Sigurdsson die nächste Auszeichnung: Die Trainer und Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer kürten den Isländer erneut zum „Trainer der Saison“. In diesem Fall allerdings im Wettbewerb mit den Cheftrainern in der „stärksten Liga der Welt“.

Es war eine knappere Entscheidung als im Vorjahr, am Ende aber stand der frühere Weltklasse-Linksaußen wieder ganz oben auf der Rangliste. Nach dem letzten Heimspiel des VfL Gummersbach am 8. Juni gegen Frisch Auf Göppingen erhält Sigurdsson die Trophäe von Andreas Wäschenbach, Spiel-Leiter der Handball-Bundesliga GmbH.

Sigurdsson und der VfL haben in der Bundesliga dort weitergemacht, wo sie in der 2. Liga aufgehört hatten: mit sportlichem Erfolg. Frühzeitig machten die Oberberger den Klassenerhalt klar, rangieren aktuell als Aufsteiger unter den Top 10 der „stärksten Liga der Welt“. Spieler wie Julian Köster oder Dominik Mappes haben sich unter Sigurdsson entfaltet, die Mannschaft spielte ohne spektakuläre Transfers, aber mit viel Nachwuchskräften attraktiven Handball isländischer Prägung – mit starker Abwehr und viel Tempo.

Mit vier Siegen in den ersten fünf Saisonspielen und nur einer knappen Niederlage gegen den amtierenden Meister SC Magdeburg gelang dem VfL Gummersbach ein Traumstart bei der Rückkehr ins Oberhaus. Die Sigurdsson-Truppe überzeugte aber nicht nur zu Beginn der Saison. Über die gesamte Spielzeit verlor der VfL nie mehr als zwei Spiele in Folge und feierte auch in der Rückrunde besondere Erfolge, zum Beispiel den Sieg über die Rhein-Neckar-Löwen.

Sigurdsson folgte als „Trainer der Saison“ auf den letztjährigen Meistermacher Bennet Wiegert, sein Nachfolger als „Trainer der Saison“ in der 2. HBL ist Uwe Jungandreas (Dessau/Roßlauer HV). Sigurdsson hatte im Vorjahr den Traditionsverein nach drei Jahren in der Zweitklassigkeit souverän zur ersehnten Rückkehr in die erste Bundsliga und zur Meisterschaft in der zweithöchsten deutschen Spielklasse geführt.

Der VfL Gummersbach ist die erste Trainerstation des Isländers. Er übernahm die Mannschaft zur Saison 2020/21 und verpasste den Wiederaufstieg als Tabellen-Dritter. Der ehemalige Weltklasse-Linksaußen Sigurdsson blickt auch auf eine mehr als erfolgreiche Spielerkarriere zurück. Neben Stationen in Deutschland bei TuSEM Essen, dem THW Kiel und den Rhein-Neckar Löwen, war er von 2005 bis 2008 auch Spieler beim VfL Gummersbach. Seine Engagements bei Weltklasseteams wie dem FC Barcelona und Paris Saint Germain unterstreichen seine herausragende Klasse. Gudjon Valur Sigurdsson beendete seine Spielerlaufbahn im Jahr 2020 bei PSG.

Zu seiner Titelbilanz zählen u.a. acht Meistertitel auf nationaler Ebene, der Gewinn des EHF-Pokals mit TuSEM Essen im Jahr 2005 sowie der Champions League-Sieg mit dem FC Barcelona (2015). Dazu kommt eine Silbermedaille bei den Olympischen Sommerspielen 2008 und eine Bronzemedaille bei der Europameisterschaft 2010 mit der isländischen Nationalmannschaft. Mit 1.875 Toren hält er außerdem den inoffiziellen Weltrekord für Handball-Länderspieltore.

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