Handball: VfL geht von Saison-Abbruch aus

Der VfL Gummersbach hängt wie alle Profi-Sportvereine in der Luft. Der Spielbetrieb in Handball-Deutschland ist bis zum 20. April ausgesetzt. VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler äußert sich im Radio Berg-Interview.

© VfL Gummersbach

RB: Herr Schindler, in wie weit kann der VfL Gummersbach im Moment die kurzfristige Zukunft planen?

Schindler: Im Moment hängen wir ziemlich in der Luft. Keiner weiß, wie lange die Pause dauert, keiner weiß, wie die einzelnen Clubs das finanziell wegstecken können. Wir haben gerade noch eine HBL-Telefon-Konferenz mit 60 Teilnehmern gehabt, aber großartig weitergekommen sind wir da nicht.

RB: Wovon gehen Sie denn in dieser Saison noch aus?

Schindler: Nach dem 20. April sollen wir in der 2. Liga in einem Monat zehn Spiele absolvieren. Das halte ich für nahezu ausgeschlossen. Die weitere Option wäre eine Verlängerung der Saison bis Ende Juni. Aber selbst das erscheint mir im Moment äußerst unrealistisch. Auf fünf Spiele zu verzichten, das könnten wir vielleicht stemmen, aber wichtiger wäre meines Erachtens Planungssicherheit für die neue Saison. Die müssen wir pünktlich beginnen. Das hinauszuzögern würde einen riesen Rattenschwanz nach sich ziehen. Dann wird´s wirtschaftlich noch schwieriger. Wir müssen unser Produkt Handball schnellstmöglich wieder regulär anbieten können. Unterm Strich können wir nur hoffen, dass diese Krise möglichst schnell vorbei geht.

RB: Also plädieren Sie für einen Abbruch und eine Annullierung der aktuellen Saison?

Schindler: Der Abbruch ist praktisch alternativlos. Das wäre tatsächlich äußerst bitter für die Vereine, die jetzt auf einem Aufstiegsplatz stehen - ggf. kann man ja Aufstiege zulassen und muss in der neuen Spielzeit die Ligen aufstocken, aber das müssen die Verbände entscheiden.

RB: Wie laufen Ihre Gespräche mit den Sponsoren? Gibt es Regress-Ansprüche von Dauerkarten-Inhabern?

Schindler: Nein, die gibt es nicht. Stattdessen bekommen wir sehr positives und unterstützendes Fedback von Fans wie auch von Sponsoren. Letztere haben im Moment wahrlich andere Sorgen als den VfL Gummersbach. Da dürfen wir uns auch nicht wichtiger nehmen als andere. Viele Sponsoren haben uns aber schon gesagt: jetzt erst recht.

RB: Wie sieht´s im Trainingsbetrieb der Profis und in der Geschäftsstelle aus? Wird wie in anderen Profi-Clubs über Kurzarbeit nachgedacht?

Schindler: Das Training haben wir ja schon Anfang der Woche eingestellt. Die Jungs bekommen individuelle Trainingspläne. Die Geschäftsstellen-Mitarbeiter machen Home-Office. Kurzarbeit ist selbstverständlich auch bei uns ein Thema. Da gibt´s aber noch viele Fragezeichen, auch rechtlich, da hört man ja täglich von neuen Regelungen. Aber wir sind mit allen im Gespräch und da wird sich auch sicher was tun.

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