
Handball: VfL lässt Wetzlar keine Chance
Der VfL Gummersbach hat am 29. Bundesliga-Spieltag den achten Sieg aus den letzten zehn Spielen geholt. Vor zum zehnten mal in Folge ausverkaufter Schwalbe-Arena besiegte der VfL die HSG Wetzlar sicher mit 35:28.
Veröffentlicht: Samstag, 27.04.2024 19:30
Der VfL Gummersbach hat seinen 16. Sieg der laufenden Saison errungen. In der zum zehnten Mal in Folge mit 4.132 Zuschauern ausverkaufen Schwalbe-Arena besiegte das Team von Chefcoach Gudjon Valur Sigurdsson die HSG Wetzlar deutlich mit 35:28 (18:10). Die seit nunmehr sechs Spielen ungeschlagenen Oberbergischen erwischten am 29. Spieltag eine erste Halbzeit wie aus dem Lehrbuch. Nach einer beeindruckenden Vorstellung in den ersten 30 Minuten verwalteten die Gastgeber in Hälfte zwei ihren Vorsprung souverän und ließen den Mittelhessen aus Wetzlar zu keiner Phase der Partie eine Chance auf Punkte. Nachdem die TSV Hannover im Fernduell um den sechsten Tabellenrang bereits erfolgreich vorgelegt hatte, unterstrich das Sigurdsson-Team an diesem Abend seine Ambitionen und eroberte sich mit nunmehr 35:23 Punkten und einem Spiel weniger als die TSV Platz sechs zurück.
Die ersten Spielminuten waren von aggressiven Deckungen auf beiden Seiten geprägt, die nach fünf Minuten lediglich drei Tore zuließen (2:1). Insbesondere die Gummersbacher um Keeper Daniel Rebmann zeigten sich von Beginn an hellwach und kamen gut ins Spiel. So vernagelte der VfL-Schlussmann hinten mit den ersten sehenswerten Paraden das Tor, während seine Vorderleute in ihren Angriffen zunehmend zielstrebiger wurden. In der neunten Minute brachte Miloš Vujović die Oberbergischen bereits mit 5:1 in Front. Die Hausherren spielten wie aus einem Guss und erhöhten ihre Führung in Person von Tilen Kodrin nach zwölf Minuten auf 8:2, was die Wetzlarer zur ersten Auszeit bewegte.
Doch dies brachte den VfL nicht aus der Ruhe, der in Minute 13 auf 9:2 erhöhte, als Kodrin den Ball sehenswert mit einem Wurf hinter dem eigenen Rücken im Netz des Gegners unterbrachte. Auch ein zwischenzeitlicher 3:0-Lauf der Gäste brachte die Gummersbacher ebenso wenig aus dem Konzept. Beim 14:8 durch Mathis Häseler, der von Beginn an auf der rechten Außenbahn auflief, brachten die Gastgeber zum wiederholten Mal sechs Tore Abstand zwischen sich und ihre Kontrahenten (22. Minute). Kleinen Nachlässigkeiten im Abschluss war es schließlich geschuldet, dass der Zwischenstand gar nicht noch höher ausfiel. Erst kurz vor der Halbzeitpause zogen die Hausherren noch einmal merklich das Tempo an und schraubten den Spielstand durch Ole Pregler auf 18:10.
In der zweiten Spielhälfte setzten die Oberbergisch nahtlos dort an, wo sie in Durchgang eins aufgehört hatten. Vor Selbstvertrauten strotzend erzielten die Blau-Weißen unmittelbar nach dem Wiederanpfiff drei Tore und bauten ihren Vorsprung auf satte elf Treffer aus (21:10, 36. Minute). Unter dem tosenden Applaus der sichtlich begeisterten Zuschauer bot die Mannschaft von Chefcoach Sigurdsson weiter eine konzentrierte Vorstellung. Den Wetzlarern gelang es hingegen lediglich ihren Rückstand ein wenig einzudämmen, so dass eine Viertelstunde vor dem Ende ein Zwischenstand von 25:17 auf der Anzeigentafel aufblitzte.
Auch in der Schlussphase erwiesen sich die Gummersbacher weiterhin als engagiert und erbarmungslos. Beispielhaft eroberte Štěpán Zeman in der 49. Minute in der Abwehr den Ball und leitete mit seinem Zuspiel auf Häseler den nächsten Treffer der Oberbergischen zum 28:18 ein. In einer erstmals nachlässigen Phase kassierten die Blau-Weißen allerdings gleich vier Tore in Folge und büßten beim 30:25 in der 55. Minute ihren hohen Vorsprung ein. Doch die Hausherren drehten in den Schlussminuten noch einmal auf und fuhren durch den letzten Treffer durch Miro Schluroff vier Sekunden vor dem Schluss einen achtbaren Sieben-Tore-Sieg ein (35:28).
In der Tabelle ist der VfL sechster mit 35:23 Punkten. Sonntag, 5. Mai, spielt Gummersbach um 15 Uhr bei den Füchsen Berlin.
Torschützen: Häseler 5, Vidarsson 4, Kodrin 4, Oskarsson 4, Pregler 4, Horzen 4, Köster 3, Schluroff 3, Tskhovrebadze 2, Vujovic 1/1, Mappes 1
Trainerstimmen:
Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach): Ich bin natürlich sehr zufrieden und glücklich. Wir haben überragend angefangen. Wir wussten, dass wir heute aggressiver in der Abwehr agieren mussten, weil wir riesigen Respekt vor dem Rückraum der Wetzlarer hatten. Wir haben zwei, drei Situationen gesehen, in denen Magnus Fredriksen uns auseinandergenommen hat. Das war aber auch das Gefährlichste, denn alles andere hatten wir gut im Griff. Daniel Rebmann hat dann alles gehalten, was durch die Abwehr gekommen ist. Wir waren sehr effektiv im Angriffsspiel und für Arnór hat es mich sehr gefreut, dass er in der ersten Halbzeit überragend war und die Lücken nutzen konnte, die sich dadurch aufgetan haben, dass Julian so eng gedeckt wurde. Wir sind mit einem großen Vorsprung in die Halbzeit gegangen und auch danach war lange Zeit alles gut bis Wetzlar auf Sieben-gegen-sechs umgestellt hat. Da hatten wir auf einmal große Probleme in der Abwehr, was eigentlich in letzter Zeit nicht unser Problem war. Wir haben den Faden verloren, uns dann aber gefangen. Ich möchte ein riesiges Lob an die Jungs aussprechen und freue mich sehr über die beiden Punkte.
Frank Carstens (HSG Wetzlar): Glückwunsch an Goggi zum ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Wir haben uns mehr vorgenommen als wir gezeigt haben, auch wenn es nicht immer erkennbar war. In die erste Halbzeit starten wir, als wären wir vorher eine Woche auf Mallorca gewesen. Wir waren maximal verkrampft und sind vor allem offensiv ganz anders aufgetreten, als wir es uns vorgenommen haben. Schnell liegen wir dann mit acht Toren hinten, auch wenn der VfL gar nicht so viel über sein Tempospiel gekommen ist. Wir haben sie aber auch nicht zum Stehen gebracht. In der zweiten Halbzeit ging es dann so weiter bis zur 40. Minute, als wir dann in besseres Fahrwasser kommen. Wir können das Ergebnis dann noch besser gestalten und kommen auf fünf Tore heran. Aber genauso, wie wir das gesamte Spiel gestaltet haben, machen wir es auch in der Schlussphase. Die Jungs haben gefightet und sich bemüht, aber insgesamt haben uns die Möglichkeiten gefehlt Gummersbach zu bremsen. Gummersbach hat starke Wochen hinter sich und sich wirklich toll entwickelt.