Handball: VfL-Serie reißt an der Ostsee

Der VfL Gummersbach hat am achten Spieltag der 2. Bundesliga seine erste Saison-Niederlage hinnehmen müssen. Überraschend verlor der VfL beim erstaunlich starken Aufsteiger HC Empor Rostock an der Ostsee mit 33:34.

© VfL Gummersbach/Philipp Ising

Der VfL Gummersbach in der mit 2.500 Zuschauern ausverkauften Stadthalle Rostock seine erste Saison-Niederlage hinnehmen müssen. Gegen den starken Aufsteiger HC Empor Rostock konnten die Oberbergischen am achten Spieltag der laufenden Saison erstmals nicht gewinnen und mussten sich mit 33:34 (16:19) geschlagen geben.

Nach sieben Siegen in Folge und der weißen Weste in allen bisherigen Pflichtspielen erwischte nun auch das Team von Chefcoach Gudjon Valur Sigurdsson einen schwachen Tag, den sie – anders als im vergangenen Auswärtsspiel gegen Emsdetten – schlussendlich nicht mehr wettmachen konnten. In einer durchweg engen Partie hatten die Gummersbacher über weite Strecken das Nachsehen und ließen die nötige Galligkeit im Angriff und Aggressivität im Abwehrverbund vermissen.

In einer eher unaufgeregten Anfangsphase begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Eine 3:1-Führung der Gummersbacher durch den Treffer von Timm Schneider in der dritten Spielminute glichen die Gastgeber nach sieben Minuten mit dem 4:4 aus. Dabei bekam die Abwehr des VfL das Team aus Rostock, das von Beginn an mit dem siebten Feldspieler im Angriff spielte, nicht entscheidend in den Griff. Auf der anderen Seite führte die Offensivvariante der Hausherren auch dazu, dass die Oberbergischen den einen oder anderen schnellen Treffer ins leere Tor des HC Empor erzielen konnten. So kam VfL-Keeper Tibor Ivanišević nach einer starken Parade in der 12. Minute ebenfalls zum Torerfolg (7:6).

Auch in der Folge trafen beide Mannschaften im Gleichschritt. Über ein 8:8 (16. Minute), 10:10 (19. Minute) und das 12:12 durch Janko Božović in der 22. Minute blieb die erste Halbzeit weiter ausgewogen. Dabei fehlte es den Gummersbachern, die im Rückraum auf Julian Köster, Alexander Hermann, Fynn Herzig und Julius Fanger verzichten mussten, häufig an Kreativität und dem konsequenten Zusammenspiel mit den Außenspielern. Ab dem erneuten Gummersbacher Ausgleich durch Ellidi Vidarsson in der 27. Minute wurde es in der blau-weißen Offensive zum Abschluss der ersten Hälfte völlig chaotisch. Auf die Zwei-Minuten-Strafe von Hákon Dadi Styrmisson reagierten die Oberbergischen mit dem Torhüterwechsel für einen sechsten Feldspieler. Vier Fehlwürfe in Serie sorgten allerdings für vier leichte Tore der Gäste, für die Jonas Thümmler sieben Sekunden vor dem Halbzeitpfiff bereits zum achten Mal einnetzte und für einen 15:19-Rückstand des VfL sorgte. Mit dem direkten – diesmal erfolgreichen – Gegenangriff reduzierte Božović in der Schlusssekunde von Durchgang eins den Rückstand noch auf drei Treffer (16:19).

In Halbzeit zwei wirkten die Gummersbacher gleich aufgeräumter. So erzielte der VfL in der 33. Minute in Person von Lukas Blohme den Anschlusstreffer zum 18:19. Auch eine doppelte Unterzahl der Rostocker wussten die Blau-Weißen besonnen zu nutzen. Drei Treffer der Gäste hintereinander durch Blohme, Božović und Raul Santos drehten die Partie zu ihren Gunsten (22:21, 38. Minute). In der Defensive stellte jedoch immer wieder Thümmler die Gummersbacher, für die zwischendurch auch Martin Nagy zwischen den Pfosten stand, vor Probleme. Auch die erste Zwei-Tore-Führung der Gummersbacher in Durchgang zwei (26:24, 44. Minute) konterte zunächst der Rückraumschütze des HC Empor und im Anschluss Marc Pechstein zum erneuten Ausgleich (26:26, 46. Minute). Mit dem fünften Rostocker Tor in Folge brachten die Hausherren die Gäste gar wieder ins Hintertreffen (26:29, 50. Minute).

Nach acht torlosen Minuten erlöste Ole Pregler seine Mannschaft mit dem Treffer zum 27:29 (52. Minute). Die Gummersbacher waren nun aufmerksam und konterten die Tore des Aufsteigers mit schnellen Gegentreffern. Es dauerte jedoch bis zur 57. Minute, ehe Santos den erneuten Anschlusstreffer für seine Mannschaft erzielen konnte. Auf das 32:31 folgten zwei schnelle Treffer auf beiden Seiten, ehe Božović 50 Sekunden vor dem Ende mit einem beherzten Wurf zum 33:33-Ausgleich traf. Das letzte Tor des Tages gehörte allerdings den Gastgebern, die im Gegenzug wieder die Führung zurückeroberten (33:34). Ein letzter Gummersbacher Angriff mündete in den letzten zehn Sekunden in keinen Erfolg mehr, so dass der VfL ohne Punkte im Gepäck die Heimreise nach Gummersbach antreten muss. In der Tabelle bleibt der VfL mit jetzt 14:2 Punkten erster.

Kommenden Samstag wartet bereits das nächste Spitzenspiel auf den VfL Gummersbach. In der heimischen Schwalbe-Arena treffen die Oberbergischen um 18 Uhr auf Erstliga-Absteiger und Tabellenzweiten TUSEM Essen.

Torschützen: Bozovic 9, Blohme 7, Pregler 5, Vidarsson 3, Santos 3, Schneider 2, Zeman 1, Stüber 1, Styrmisson 1, Ivanisevic 1

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