
Hauptversammlung bei Bayer
In Bonn musste sich die Chefetage des Leverkusener Chemiekonzerns Bayer Kritik von seinen Aktionären gefallen lassen. Der Frust ist bei vielen Anlegern groß. Denn die Bayer-Aktie hat zuletzt massiv unter den Gerichts-Pozessen gegen den Unkrautvernichter Glyphosat von Bayers-Tochter Monsanto gelitten.
Veröffentlicht: Freitag, 26.04.2019 04:42
Die verärgerten Aktionäre geben dem Vorstand die Schuld. Der hätte das Risiko durch die Übernahme von Monsanto falsch eingeschätzt. Der Aufsichtsratsvorsitzende von Bayer, Wenning, hat sich bei den Aktionären am Freitag Vormittag entschuldigt. Die Wertverluste an der Börse, bedaure er sehr. Auch Bayer-Chef Baumann betonte, es gebe angesichts der Kursverluste „nichts zu beschönigen“. Er stellte den Kauf des US-Konkurrenten Monsanto aber dennoch als richtigen Schritt dar, um langfristig voranzukommen. Viele Umwelt-Aktivisten hatten am Morgen vor dem World Conference Center demonstriert.
Der Kauf von Monsanto hat die Führungsriege bei ihren Aktionären viel Vertrauen gekostet. Die Anteilseigner verweigerten dem Vorstand am Freitag Abend die Entlastung: 55,5 Prozent des anwesenden Grundkapitals stimmten dagegen und nur 44,5 Prozent dafür. Für Vorstandschef Werner Baumann war das eine schallende Ohrfeige: normalerweise bekommt die Leverkusener Chefetage bei ihrer alljährlichen Hauptversammlung eine Zustimmung von etwa 97 Prozent. Das Votum hat allerdings keine direkten Folgen für den Vorstand, die Entlastung gilt eher als formaler Schritt. Trotz der herben Abstimmungsniederlage bekommt Bayer-Chef Baumann Rückendeckung vom Aufsichtsrat des Chemiekonzerns.