Helden an der Supermarktkasse

„Bitte schenken Sie der Verkäuferin oder dem Lieferanten mal ein Lächeln!”. Diesen Appell hat Gesundheitsminister Jens Spahn am Dienstagmittag an uns alle gerichtet. Denn die Verkäufer*innen in den Supermärkten haben es gerade nicht leicht!

Kassierer*in ist gerade kein Traumjob! Arbeiten zuhause ist unmöglich, täglich haben sie Kontakt zu unzähligen Menschen. Anja aus Kürten arbeitet als Kassiererin bei einem Discounter. Sie sagt aber, die meisten sind noch recht entspannt – auch beim Einkaufen:

Es gibt aber auch Leute, die übertreiben, da sieht man schon, dass die hamstern. Die fangen dann auch das Verhandeln an, wenn wir sagen: 34 Pakete Mehl, das geht jetzt nicht."

Mittlerweile haben Anja und ihre Kollegen die Strategie, die Kunden runterzuhandeln, damit sie nicht mehr als zum Beispiel vier Pakete Milch mitnehmen.

"Klopapierklau" und Vorwürfe

Aus anderen Filialen hört sie aber auch Fälle, in denen das Toilettenpapier aus dem Einkaufswagen geklaut wurde. "Manchmal sind es ein bisschen chaosmäßige Zustände", sagt Anja. Dazu kommen dann noch Vorwürfe von Kunden:

Es gibt die, die uns unterstellen, wir würden selber hamstern. Klar, wenn man morgens das Klopapier rausrollt und man braucht ein Paket, dann legt man sich das zurück. Weil man nicht weiß, ob man am Ende der Schicht noch eins bekommt. Das muss man leider auch sagen. Aber sonst ist das Quatsch!

Zum Großteil sind die Kunden im Bergischen aber noch nett und verständnisvoll, sagt Anja. Den Rest bittet sie um ein bisschen mehr Rücksicht und Empathie.

Beides kann wohl nicht schaden in nächster Zeit - egal, wem gegenüber.