Anzeige
Hilfe für Butscha
© Feuerwehr Bergisch Gladbach
Transport nach Butscha
Teilen:

Hilfe für Butscha

Ein starkes Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine haben 18 Männer aus Bergisch Gladbach, Wermelskirchen und Burscheid gesetzt. Im Rahmen der Städtepartnerschaft Butscha-Bergisch Gladbach haben sie in einen Konvoi Hilfsmittel und Nutzfahrzeuge nach Butscha gebracht, obwohl die Ukraine in der letzten Woche wieder vermehrt mit Raketen beschossen worden ist. Der Konvoi hat am Sonntagabend Gladbach Partnerstadt in der Ukraine erreicht.

Veröffentlicht: Freitag, 05.05.2023 15:21

Anzeige

Es ist der bisher sechste Transport mit Hilfsmitteln von Bergisch Gladbach in Richtung Butscha, aber der erste bis in die Partnerstadt hinein. Das war aus organisatorischen Gründen bisher nicht möglich, deshalb wurden die Sachen oder Fahrzeuge sonst an der ukrainischen Grenze von ukrainischen Hilfskräften entgegengenommen. Aber dieses Mal wollte das ehrenamtliche Team mit Männern aus dem Rettungswesen die Hilfsmittel unbedingt persönlich an die Freunde in Butscha übergeben, sagt Guido Wagner, der den Transport als Journalist und Mitglied der Feuerwehr begleitet:


Wenn wir jetzt umdrehen würden oder das verschieben würden, dann wäre das für die ein total großer Rückschlag, weil sie sagen „irgendwo haben die Russen dann doch gewonnen“, dass sie Angst, Schrecken und eben Verunsicherung verbreiten und deswegen denkt auch, nach den Krisensitzungen, die wir jetzt im Vorfeld hatten, mit den neuen Raketenalarmen, kaum jemand daran zu sagen „ne für mich reicht das“.


Und die Strapazen der mutigen Männer haben sich gelohnt: Zwar musste das Team mit ihren Fahrzeugen 24 Stunden an der Grenze von Polen in die Ukraine stehen, doch sie sind inzwischen alle gut in Butscha eingetroffen und haben dort bereits dem neuen Bergisch Gladbacher - Platz einen Besuch abgestattet. Danach folgte ein Essen mit Anatolii Fedoruk, dem Bürgermeister von Butscha. Der hat die Bedeutung dieses Konvois bis nach Butscha in einem beeindruckenden Gespräch betont, erzählt Guido Wagner:

Dies bedeute für die Menschen in Butscha, dass die Russen nicht damit gesiegt hätten, die Menschen auseinanderzutreiben und Angst zu verbreiten.

Guido Wagner und die anderen im Team fühlen sich sicher, die meisten von ihnen haben vorher schon Hilfstransporte in die Ukraine begleitet. Auch wie sie sich bei möglichen Luftangriffen zu verhalten haben, haben sie vorher geübt, hat er uns vor Abfahrt erklärt.

Wir haben jetzt seit einer Woche die App drauf, von den ukrainischen Behörden mit den Warnungen. Hier ist es ja nur praktisch trockener Probealarm, dass man nachts dann geweckt wird und aufgefordert wird, von der Stimme in dieser App schnell `nen Schutzraum aufzusuchen und nachher wieder Entwarnung … Aber für die Menschen ist das ja seit über einem Jahr da Realität und tödliche Realität teilweise.
Anzeige

Konkrete Hilfe, die ankommt

Anzeige

Bergisch Gladbachs Bürgermeister Frank Stein ist auch im Team, er war schon mehrmals in Butscha und ist froh, die Partnerstadt in diesen schwierigen Zeiten unterstützen zu können:


Ein gewisses Risiko, dass man mehr oder weniger zufällig dann, von was auch immer betroffen wird, kann man nicht komplett ausschließen. Aber ich sage einmal, unsere Freunde in Butscha leben unter ganz anderen Bedingungen, unter ganz anderen Risiken und Gefahren, da halt´ ich das, was wir auf uns nehmen, für vergleichsweise gering“.


Die Hilfe, die in der der ukrainischen Partnerstadt aus Bergisch Gladbach ankommt, ist Hilfe, die man sehen kann: Mit neun Bussen, die von Bergisch Gladbach nach Butscha gebracht worden sind, konnte dort zum Beispiel der öffentliche Personennahverkehr wieder aufgenommen werden, mit Spendengeldern wurden Schulen Instand gesetzt. Mit dem aktuellen Konvoi wurden unter anderem Nutzfahrzeuge nach Butscha gebracht, mit denen die Infrastruktur wieder aufgebaut werden soll. Dazu zählen zu Beispiel ausrangierte Fahrzeuge von Straßen NRW, die zu einem Kran oder Bagger umgebaut werden können.

Wie ihr den Städtepartnerschaftsverein Butscha-Bergisch Gladbach unterstützen könnt, damit er auch weiterhin den Menschen in Butscha helfen kann, steht hier. 

Anzeige
Telefonat mit Guido Wagner in Butscha
download
Anzeige
Anzeige
Anzeige