"Hilfe, ich brauch 'nen Schlüsseldienst!"

Jacke anziehen, Handy in die Tasche stecken, Regenschirm einpacken und den Haustürschlüssel nicht vergessen! Es gibt nichts Nervigeres, als wenn man den teuren Schlüsseldienst rufen muss. Aber was, wenn es doch mal passiert? Unter den Schlüsseldiensten gibt es leider viele schwarze Schafe. Die Stiftung Warentest hat Schlüsseldienste in ihrer aktuellen Ausgabe 10/2019 getestet.

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Die Stiftung Warentest hat bei ihrem Test so wohl überregionale Vermittler als auch ortsansässige Schlüsseldienste getestet. Das Ergebnis ist erschreckend. Drei von vier kontaktierten Vermittlern werden als mangelhaft eingestuft. Sie verlangten zu hohe Preise und wollten zudem unnötigerweise neue und überteuerte Schließzylinder verkaufen. Schlüsseldienst, die in den Gelben Seiten stehen, seien jedoch empfehlenswert, da überprüft. Bei den lokalen Schlüsseldiensten lief der Test besser - hier patzten nur drei von zehn getesteten Diensten.

Was kostet das Türöffnen?

Nach einer Umfrage der Tester unter 200 Kunden der "Gelben Seiten" ist in mehr als 60 Prozent der Fälle, in der ein Schlüsseldienst benötigt wird, die Tür nur zugefallen. Solche Türen lassen sich innerhalb weniger Minuten oft zerstörungsfrei öffnen.

Die Verbraucherzentrale Bergisch Gladbach sagt: Das Türöffnen sollte tagsüber um die 80, nachts um 130 kosten, wenn die Tür nur zugefallen, nicht aber verschlossen ist.


Aber auch hier können die Preise variieren, sagt Stefanie Vogt von der Verbraucherzentrale:

...also mit Zuschlägen würde man immer gucken, ab 200 bis 250 € sollte man auf jeden Fall in Frage stellen, ob das gerechtfertigt ist. Was wir sehr sehr häufig sehen, denn gerade in diesem Schlüsseldienstbereich tummeln sich unheimlich viele unseriöse Anbieter. Das heißt, da haben wir wirklich schon Rechnungen von 600, 700, 800 Euro gesehen, die die Verbraucher dann in der Regel leider schon bezahlt haben.


Abzocker nutzen die Panik der Ausgesperrten gerne aus, das bestätigt auch der Test der Stiftung Warentest. Höhere Rechnungen durch Mehrarbeit an Altbautüren oder das Zerbohren von Zylindern ohne zu überprüfen, ob überhaupt abgeschlossen ist, sind nur ein paar der Tricks.

Worauf muss ich achten?

Die Stiftung Warentest rät, sich im Voraus einen Schlüsseldienst in der Umgebung zu suchen. Dessen Notfallnummer sollte man sich dann im Handy abspeichern und/oder hinterlegen.

Die Tester raten, einen Blick ins Impressum zu werfen und zu schauen, ob es eine lokale Firma als Verantwortlichen gibt. Dort erfragt man dann, ob es ein Ladengeschäft vor Ort gibt und vereinbaren einen Festpreis für die Türöffnung, vergessen Sie auch nicht nach der Anfahrt zu fragen. Die sollte im Festpreis enthalten sein.

Und wenn ich schon abgezockt worden bin?

Man sollte überhöhte Rechnungen im Zweifel nie bar bezahlen, sagen alle Experten. Wer das tut, sieht sein Geld in der Regel nicht mehr wieder. Da muss man dann auch mal hartnäckig sein, empfiehlt Stefanie Vogt:

Das sind unseriöse Firmen, die es nicht das erste Mal erleben, dass ein Verbraucher eventuell verweigert, die Rechnung sofort zu bezahlen. Wenn Sie das Gefühl haben, der möchte mich bedrängen, dann scheuen Sie sich nicht, auch die Polizei anzurufen.

Die sicherste Zahlungsmethode ist immer die Überweisung, so Vogt. Stiftung Warentest: Sind Sie aber nun doch abgezockt worden, wird eine Anzeige bei der Polizei meist nicht viel bringen. Dort geht es ums Strafrecht und dessen Hürden sind, was das Türen öffnen angeht, relativ hoch. Aussichtsreicher ist es, zivilrechtlich vorzugehen.


Den ganzen Artikel finden Sie in der "Test"-Ausgabe 10/2019 der Stiftung Warentest.

© Radio Berg
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