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Idyllisches Landleben?
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Idyllisches Landleben?

Wie idyllisch es wirklich zugeht, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen, davon erzählt uns heute Sabine Kanitz...

Veröffentlicht: Donnerstag, 09.06.2022 09:56

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Wir im Bergischen leben ja da, wo die Großstädter von nebenan Kurzurlaub machen. "Wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen", schwärmt mein Besuch aus der Großstadt über unser kleine Hofschaft zwischen Hückeswagen und Wipperfürth. Wobei ich persönlich ein echtes Problem mit Herrn Fuchs habe. Jeden Abend liefere ich mir ein Wettrennen, wer zuerst bei den Hühnern ist. Circa 1500 Mal war ich schneller und habe die Luke rechtzeitig zugemacht, zweimal hat der Fuchs gewonnen. Wenigstens hinterlässt er kein Gemetzel und räumt sauber auf. Das kann man von Marder und Habicht leider nicht sagen. Wir haben ein Lieblingshuhn schon mal mit 8 Stichen nähen lassen müssen. Überhaupt Hühner... Wenn man in die Abgründe einer Gemeinschaft schauen möchte, muss man sich nur eine Gruppe Hühner anschauen. Hier wird gemobbt, was das Zeug hält. Bei einer Nachbarin ist ein gemobbtes Huhn freiwillig zu den Kühen gezogen. Es ist mit einer blutenden Wunde am Kopf und den letzten übrig gebliebenen Federn über den Zaun geflogen um jetzt im Schatten von Pinas breitem Rücken in aller Ruhe Eier zu legen. Richtig geschockt haben unseren Besuch allerdings die markerschütternder Schreie von nebenan. Sie haben gedacht, ein Baby wäre ausgesetzt worden. Es ist nur das Lämmchen von nebenan, dass jeden Abend so lautstark und penetrant seine Milch einfordert, dass alle froh sind, wenn der Nachbar mit der Flasche endlich aus dem Haus stürzt. Natur und wenig romantisch waren auch die Eulen in unserem Giebel. Für alle unsere Großstadtfreunde abends ein Highlight bei einem Glas Rotwein, wenn sie sich spätabends in die Lüfte erhoben. Spätestens beim Kaffee am Morgen dann die Ernüchterung. Das ausgespuckte Gewöll auf dem Balkon sieht aus also ob der der Hund da sein großes Geschäft erledigt hat. Und wer muss es wegmachen? Weder Agda noch Oskar in Sicht. Hör mir auf mit Bullerbü …

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