
Immer mehr Details im Missbrauchs-Prozess
Er soll seine eigene nur wenige Monate alte Tochter schwer sexuell missbraucht und mit anderen Tätern ausgetauscht haben. Die Liste der Taten und Opfer des Bergisch Gladbacher Familienvaters ist womöglich deutlich größer als bislang bekannt. Das wurde am Donnerstag im Missbrauchs-Prozess am Kölner Landgericht deutlich.
Veröffentlicht: Donnerstag, 27.08.2020 13:34
Die leitende Kriminalbeamtin hat ausgesagt. Demnach habe der Gladbacher seine Taten langfristig und im Detail geplant. Schon einen Tag nach der Geburt der Tochter 2017 habe Jörg L. in Chats den späteren Missbrauch thematisiert. Um das Neugeborene Kind an den Missbrauch zu gewöhnen sei der Vater systematisch und planvoll vorgegangen, so die Polizistin.
Der Familienvater beschäftige sich seit 20 Jahren mit Kinderpornografie und brüste sich in Chats mit zahlreichen Opfern. Zum Beispiel habe er auch den Missbrauch von Kindern aus der Nachbarschaft geschildert. Trotz intensiver Ermittlungen seien aber keine weiteren Opfer im Wohnumfeld von Jörg L. Identifiziert worden, so die Ermittlungsleiterin vor Gericht.
In den Ermittlungen zum Missbrauchskomplex gibt es außerdem eine neue Spur nach Köln. Laut Aussage einer am Donnerstag als Zeugin geladener Polizistin habe man in Nippes ein Appartement identifiziert, dass möglicherweise im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen gegen den Angeklagte stehen könnte. Er soll dieses vor zwei Jahren für einem weiteren Verdächtigen Pädophilen angemietet haben.
Gegen den Mann, der sich im Internet „Markus aus Deutschland“ nennt werde in einem anderen Bundesland ermittelt. Ein Polizeisprecher sagte, die Ermittlungen zum Appartement in Nippes seien noch in vollem Gange, ob die Immobilie tatsächlich im Zusammenhang mit Missbrauch stehe, sei noch unklar.