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In Physik aufzupassen kann nützlich sein und Geld sparen.
Sebastian Poullie
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In Physik aufzupassen kann nützlich sein und Geld sparen.

Aus dem Leben eines Morgenmoderators lest ihr heute: Das Achillesfenster (oder „Scheiben zerstören leicht gemacht.“)

Veröffentlicht: Montag, 14.03.2022 13:36

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Das Achillesfenster:

Ich weiß nicht, welche Lektion ich aus dieser Geschichte mitnehmen soll. Vertraue keinen Tipps aus dem Internet? In Physik aufzupassen, IST im echten Leben nützlich? EINFACH KEINE VERDAMMTEN FENSTERSCHEIBEN FÖHNEN? - Verzeihung, ich bin wütend. Die tragische Geschichte beginnt mit einer Sichtschutzfolie auf meinem Badezimmerfenster. Sie klebt da noch vom Vormieter, seit inzwischen mindestens zehn Jahren. Entsprechend ist sie fies vergilbt, und ich bilde mir ein, dass sie sogar ein bisschen müffelt. Ich versuche also alles, um sie abzukriegen: Knibbeln, Einweichen, gaaaanz vorsichtiges Ankratzen mit dem Messer... nein, keine Chance. Also googele ich und stoße auf eine vielversprechende Methode: Einfach gegen die Folie föhnen, und schon löst sie sich. Und siehe da, es klappt, die Folie lässt sich wunderbar abziehen! Ich feiere mich, ich feiere den Föhn... bis... KRAAAAACK! Plötzlich zieht sich ein riesiger Riss durch meine halbe Fensterscheibe! Denn draußen sind nur winterliche zwei Grad – und durch den Temperaturunterschied ist dann das Glas gesprungen. Ja stimmt. Haben sie damals in Physik erzählt. Aber das ist doch völlig gegen jeden Instinkt, dass ein laues Luftströmchen aus einem kleinen Pisselsföhn eine MASSIVE GLASSCHEIBE ZERSTÖRT! Das ist wie: „Achtung, nicht zu fest auf den Asphalt auftreten, das gibt Schlaglöcher.“ Oder, „Klar ist die Backsteinmauer zerbrochen, Sie haben sie ja auch richtig lange angeschaut.“ Meine Haftpflichtversicherung übernimmt das übrigens nicht, weil kein Glasbruch mit drin ist. Also lass ich jetzt eine neue Scheibe einsetzen, von meinem eigenen Geld, dafür ohne Riss, und ohne müffelnde Folie. Ein Glück. Also nur dass ihr Bescheid wisst, wenn ihr euch demnächst die Haare föhnt... nicht zu nah am Fenster!


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