Ist meine Kneipe sauber?

Lebensmittel im Supermarkt müssen deklariert sein. Wenn ich im Restaurant esse, bleibt mir als Gast nur, der Küche zu vertrauen.

Ist die Küche sauber? Arbeiten die Köche sauber? Werden die Lebensmittel korrekt behandelt? Sind alle Hände gewaschen? Diese und mehr Fragen bleiben unbeantwortet, wenn man auswärts isst. In der Gastronomie ist Transparenz diesbezüglich noch nicht Vorschrift in Deutschland: Zwar muss die Speisekarte draußen hängen, aber etwas wie eine - vorgeschriebene - Hygieneampel gibt es nicht.

Wie also will man als Gast hinter die Kulissen gucken, wenn die Küche verborgen liegt?

Ein neues Portal will da jetzt helfen: "Topf Secret". Geht so: Den Wunschort in der Karte suchen, die gesuchte Gastronomie anklicken - der Rest ist selbsterklärend. Anonym anfragen funktioniert vermutlich aber nicht, jedenfalls nicht hier bei uns im Bergischen. Denn mindestens Rhein-Berg schickt die Antwort nur an eine Postadresse. Wer im Oberbergischen anfragt, muss zudem noch länger als die üblichen zwei Monate warten, denn im Oberbergischen hat ein Angefragter Beschwerde vor dem Verwaltungsgericht in Köln eingelegt. Der Kreis wartet die Entscheidung erst einmal ab.

Mehr als 70 Anfragen gibt es dennoch in Oberberg, mehr als 100 in Rhein-Berg. Dort sind Anfragen zum Teil beantwortet. Die Antworten findet ihr dann auch auf der Karte.

Viel zu tun für unsere Kreisverwaltungen, seit es das Portal gibt, aber ein transparenter Service für Gäste.

Der genaue Ablauf - wieso dauert es bis zu zwei Monate?

Der Oberbergische Kreis

gibt keine Kontrollberichte aus, sondern eine Auflistung der vorgefundenen Mängel im Betrieb. Die Auskunft ist kostenfrei. 

Im ersten Schritt werden die Antragsteller darauf hingewiesen, dass ihr Widerspruch zur Weitergabe von personenbezogenen Daten an den angesprochenen Betrieb nicht statthaft ist und ihre Daten auf Antrag dem Betrieb mitgeteilt werden müssen. Wird der Antrag nicht zurückgezogen, werden in der Regel die betroffenen Betriebe innerhalb von einer Woche nach Antragseingang informiert und zu der beabsichtigten Auskunftserteilung angehört. Liegen keine besonderen Gründe vor, die die Herausgabe der Information an den Antragsteller nicht zulassen würden, bekommen die Betriebe einen Bescheid über den Inhalt der geplanten Auskunftserteilung unter Nennung eines konkreten Datums für die Zusendung an den Antragsteller und können nochmal Rechtsmittel einlegen. Danach erhält der Antragsteller seine gewünschte Information.

Der Rheinisch-Bergische Kreis

Hier werden die vorliegenden Kontrolldaten ausgewertet. Danach wird ein Informationsschreiben erstellt. Der Betrieb wird schriftlich um Stellungnahme gebeten. Rückfragen seinerseits werden telefonisch geklärt. Je nach Einzelfall muss nochmals Anfragende/r gehört werden, soweit der Betrieb ankündigt, den Namen des/der Anfragestellenden erfahren zu wollen. Andernfalls wird ein formeller Auskunftsbescheid erstellt und an die/den Anfragesteller/in geschickt. Vorab gibt es eine Zusendung des Auskunftsbescheides an den Betrieb, damit dieser Rechtsschutz beantragen könnte.

Nach Ablauf der Klagefrist ( ca. 1 Woche ) erfolgt dann die Zusendung der gewünschten Auskunft an die/den Anfragestellende/n per Post.

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